376
Angehörigen aufzuhetzen, und durch eine Vorladung des Gene-rals Reding, welche ein Läuferbothe ihm in den Sauten Uri ge-bracht, ihr Territorium violirt. Gegen die letzten Werbungenund die Verwendung der Jahrgelder waren strenge Untersuchun-gen eingeleitet worden. Als der Landammann Fr. A. Redingauf einer Landsgemeine als Stanöeshaupt ungewöhnliche Abstim-mungen nicht zugeben wollte, wurde er zu Boden gerissen.Kaum konnten seine Freunde, die sich auf ihn warfen, ihn vorden äußersten Mißhandlungen retten. Blutend und ohne Be-wußtseyn mußte der Greis nach Hause getragen werden. Eineneue LandSgemeine entsetzte ihn, den Statthalter Reding, Ce-berg und Jütz ihrer Ehren und Aemter, belegte sie mit Geld-strafen, und sechs Wochen lang wurden sie in ihren Häusern auseigene Kosten streng bewacht. Noch Andere wurden entsetzt undum Geld gestraft, und der Rathsherr Franz Dominik Pfeil zumLandaMmann gewählt. Erhöhung und Erniedrigung hing jetztgrößten Theils von dem Hauptmann A. Pfeil ab. Doch beschul-digte man ihn des Mißbrauches seiner Gewalt, und durch un-entgeldlich ausgetheilte Getränke soll das Volk in entscheidendenStunden berauscht worden seyn.
Auf einer folgenden Landsgemeine trug der Hauptmann Pfeilan, Vorschläge und Unternehmungen gegen das angenommeneSystem bey Todesstrafe zu verbiethen. Einige Jahre lang dauertefeine Allgewalt. Die unterdrückte Partey blieb nun von denVolksversammlungen weg. Doch nichts stimmt die öffentlicheMeinung schneller um, als wenn die Leidenschaft der Führerdiejenige der Anhänger übersteigt, und sich blindem Eiferüberläßt, Weil kein Widerstand mehr aufreizte, kehrte die Mengezur Prüfung der ausgeübten Gewaltthätigkeiten zurück. DerEinfluß der Verdrängten und der aus Frankreich Zurückgekehr-ten stieg. Ungerne vermißten Viele die willkommenen Dienst -und Gnadengelder. Ein bisher wenig beachteter Mann, Job,Georg Fälchli von Schwyz, trat vor der Landsgemeine auf,trug ihr die ganze Angelegenheit aus einem neuen Gesichts-