Städte und an den Vorort. Mit den erstern wurde zu Bern«ine Confercnz eröffnet, um sich über die zu ergreifenden Maß-regeln zu berathschlagen. Nicht nur zeigten die unzufriedenenWürger eine lebhafte Thätigkeit; nicht nur wurden öffentlich undheimlich Flugschriften verbreitet, sondern das Landvolk, welchesmit voller Liebe Chenaux als einen im Kampfe für das öffent-liche Wohl gefallenen Märtyrer ansah, wallfahrtet« mit Kreuzenund Fahnen zu der Stätte hin, wo dessen Ueberbleibsel in derErde lagen, um ihn zu betrauern und an seinem Grabe Gebethezu verrichten. Nur durch aufgestellte Wachen und die nach-drücklichen Verbothe des Bischofs gelang es endlich, diesen Pil-gerfahrten ein Ende zu machen. Noch ein Mahl forderten am13 November die Bürger von dem Rathe die Eröffnung derArchive. Abgeordnete der drey Städte trafen zu Freyburg ein.Um weniger beobachtet und gestört zu werden, verlegte man dieUnterhandlung nach Murten. Die über ihre Zurücksetzung un-zufriedenen angesehenen adelicken Familien, welche mit den Bür-gern in Einverständnisse getreten waren, suchte man wieder vondiesen abzuziehen, indem ihnen einige Erleichterungen für denZutritt in die Regierung eingeräumt, dagegen aber vorbehaltenwurde, sie sollten die Fürsten-, Grafen - und Marquis-Titel inden öffentlichen Acten, in dem Staatskalender, und überhauptim Vaterlande nicht fuhren, weil Auszeichnungen von dieser Artin Republiken leicht Anstoß geben können, und keine Vorzügevor den heimlichen Geschlechtern fordern, denen jetzt zugestandenwurde, sich von zu nennen.
In der Stadt dauerte die Ga'hrung unter mannigfaltigen,sich durchkreuzenden Planen fort. Einen Versuch der heftigstenGegner jeder Annäherung zu den alten Verhältnissen, die ange-rufenen Urkunden aus dem Archive wegzunehmen und zu ver-nichten, vereitelte am 14 März 1732 die Festigkeit des Stadt-schreiberS Franz Philipp von Casiellaz; allein die Documenteblieben nichts desto weniger verschlossen. Um indeß die Verbin-dungen mit der Landschaft zu verhindern, erklärte die-, Regierung,