Band 
Zweyter Band.
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Düngungsmittel und viele Zweige deS Schweizerischen Feldbaueswurden das Vorbild auswärtiger Agronomen. Der lange nurschwach sich ausbreitende Kartoffelbau erhielt durch die Teu-rung von 4771 eine größere Anneigung. Schwer druckte diedamahlige Hungersnoth die eidgenössischen Landschaften.

Weil beynahe durch die ganze nördliche Schweiz in wohlfei-len Zeiten der Ackerbau die Concurrenz mit dem frey eingehen-den Schwäbischen Getreide nicht halten kaun, daher nur mitBeschränkung betrieben wird, und den Güterbesitzer reizt, seineAecker in Wiesen zu verwandeln, die ihm größern Nutzen brin-gen, so gehen nicht nur jährlich große baare Summen für die-ses Bedürfniß aus dem Lande, sondern in Zeiten der Theurungzehren ein oder zwey Jahre die Ersparnisse von zehen wohlfeilenauf. Der schrecklichste Hunger suchte die vom Auslande Abhän-gigen heim, bis die Kartoffeln in größerer Menge gewonnenwurden. Zu Anfang der Siebenziger-Jahre erneuerten sich hinund wieder die Scenen der Neunziger-Jahre des verflossenenJahrhunderts, indeß in Frankreich, im nahen Elsaß und inSchwaben, wo die Ausfuhr verbothen wurde, das Getreide aufweit niedrigern Preisen stand. Die gegenseitigen Sperren derCantone vermehrten das Uebel. Die Auswanderungen erneuer-ten sich. Zahlreiche Scharen zogen nach Pommern und in an-dere Gegenden. Verschiedene Regierungen ließen Getreide auSItalien und über Marseille kommen; aber Entfernung und Ge-winnsucht verzögerten die Sendungen so, daß der Abt von St.Gallen, dem es gänzlich an Vorräthen gebrach, Abtheilungenseiner Unterthanen bis nach Eleven sandte, um auf ihren Rückendas Getreide über den Splügen zu tragen. Die eben so hartenals kostbaren Erfahrungen bewogen dann mehrere Regierungen,bedeutende Vorräthe von gedörrtem und frischem Getreide auf-zuspeichern.

Die Kaufmannschaft und das Manufakturwesen dehnten sichimmere weiter aus. Im Cantone Bern, im Thurgau, u. s. f.wählte sich die Thätigkeit vorzugsweise die einheimischen Stoffe