Band 
Zweyter Band.
Seite
532
JPEG-Download
 

dem Wagen hervor flattern, und zu.Aarau fleckte er, vor seinerWohnung eine große Fahne aus. Bereits hatte Basel seinenzwey Farben, schwarz und weiß, eine dritte, die grüne, beyge-fügt, und in seinen Städten und Dörfern ragten die Freyheits-bäume empor. — Ochs hatte inzwischen zu Paris eine Helveti-sche Staatsverfaffung, nach dem Muster der Französischen Direc-torialverfassung, flüchtig entworfen , dabey aber mehrere bestimmteVorschriften, z. B. den Bernerschen Staat in die Cankone Bern,Leman und Aargau zu trennen, befolgen müssen. Sie wurdein Deutscher, Französischer und Italiänischer Sprache mit ent-stellenden Fehlern abgedruckt, und Mengaud theilte sie nicht nuramtlich den Ständen, sondern aller Orten mit.

Nicht mit der gewöhnlichen Unterschrift des Vorstehers unddes Secretärs, sondern mit derjenigen von zwey seiner Glieder,hatte das Directorium am 28 December ein Decret erlassen,worin es erklärte, es sey keineswegs darum zu thun, das Waat-land Frankreich einzuverleiben. Man verbreitete (hieß es) in derSchweiz dieses Gerücht nur, um das Volk abzuhalten, sich wie-der in seine Rechte einzusetzen, und gleich einem Oberherrnhatte es am folgenden Tage die Regierungen von Bern und Frey-burg persönlich verantwortlich für alles dasjenige erklärt, wasdiejenigen betreffe, welche die Vermittelung Frankreichs anrufenwürden. Mengaud gab darüber eine Note ein und forderte vonBern eine kathegorische Antwort über die fortdauernden Kriegs-rüstungen und über die Verhaftung verschiedener Patrioten. Ererhielt die entschlossene Antwort, nur Gott und ihrem Gewissenhabe die Regierung Rechenschaft zu geben; die Verfassung undihre Gesetze seyen die einzigen Schiedrichter. — Bern hatte vonAürich, Luzern, den drey Ländern, Freyburg und SolothurnRepräsentanten erhalten. In das Waatland war ein BernerischerRegierungS-Außschuß abgegangen, dem zwey von jenen eidge-nössischen Repräsentanten nachfolgten. Er benahm sich nachsich-tig und schonend. Die Regierung verhieß entgegenkommendeMaßregeln und die Erfüllung der Wünsche welche dem Wohl