Band 
Zweyter Band.
Seite
565
JPEG-Download
 

565

ehrte den erprobten Muth durch die Zurückziehung seiner Scha-ren. Von Schwyz aufgefordert nahm Uri die Uebereinkunston, und am 5 trat Obwalden zum zweyten Mahle der Helveti-schen Republik bey. Von dem neuen Helvetischen Directoriumzu wiederhohlten Mahlen eingeladen, thaten Appenzell, GlaruSund die um sie her liegenden Landschaften das Nähmliche. Nochzögerte einzig Nidwalden; es besetzte seine Grenzen; doch gabdie von dem Kriegsrathe .aufgeforderte Priesterschaft ihr Befin-de», der am 7 April geleistete Eid>, Religion und Freyheit zuvertheidigen, sey nicht verbindlich, weil man ihn bey bessererKenntniß der Umstände nicht geleistet haben wurde, wen e6 un-möglich sey zu widerstehen, und weil der Eid noch in Kraftbleiben wurde, wenn Frankreich die Zusicherung der freyen Aus-übung der Religion nicht Halten sollte. Unmuthig nahm am 12May Nidwalöens LandSgemeine die Verfassung an, und erhieltvon dem General Schauenburg auch die Bedingungen derSchwyzer.

Während dieser Bewegung hatte Genf, dessen frühere Er-schütterungen jedes Mahl die Aufmerksamkeit Europa's auf sichgezogen hatten, durch seine unheilbare Zwietracht der frühergenossenen hohen Achtung und Theilnahme verlustig geworden,am 26 April, von Manchem kaum beachtet und nur wenig be-dauert, seine nur noch dem Nahmen nach bestehende Selbststän-digkeit an Frankreich hingegeben, in dessen Netzen es bereitsverschlungen lag. — Von den eidsgenöffischen Landschaften wi-derstrebten nur noch die obern Zehnten des Walliserlandes. Drey-tausend Mann stark bemächtigten sie sich am 7 May der StadtSitten, aus welcher die bereits bestehenden Behörden und derFranzösische Resident Mangourit in das untere Wachs entflohen.Am 15 wurden sie bey Saillon zurück getrieben. Fünfzehnhun-dert ManN Franzosen und Lemaner, mit sechs Kanonen versehen,durch fünfhundert Niederwalliser verstärkt, stießen am 17 an deinFlüßchen Morge auf die mehr als doppelt so starken, aber meistensschlecht bewaffneten Oberwalliser, denen die anführenden Priester