Ein Theil des Volkes hatte gehofft, durch die Staatsum-walzung nicht nur unbillige Schranken zu durchbrechen, sondernaller beschwerlichen Verhältnisse loS zu werden; einem andernTheile hatten heftige oder für sich selbst besorgte Anführer dasNähmliche verheißen, um ihn desto eher zur Theilnahme zu be-wegen. Diesen Hoffnungen und Verheißungen sollte nun Folgegegeben werden. Um die Mitte des May begannen in den ge-setzgebenden Räthen die stürmischen Verhandlungen über die Ent-schädigungSforderungen vieler Personen, welche wahrend der vor-hergehenden Jahre politischer Verbrechen beschuldigt waren, ver-haftet oder gestraft worden (Patriotenentschädigung), über dieAufhebung her Lehensbeschwerden, so wie auch der Grundzinseund Zehnten. Von erbitterten Parteyen verkannt, kämpftengemäßigte und billige Männer gegen Unmaß und Unrecht. DiePakriotenentschädigungen wurden theils unbedingt, theils durch diebeschränkenden Förmlichkeiten größten Theils beseitigt, die per-sönlichen LehenSrechte aufgehoben, die Entrichtung der Zehentenund Grundzinsen eingestellt. Einen großen Theil seiner Einkünfteverlor dadurch der Staat, und beynahe ganz ohne Besoldungwar die ohnehin schon aufgeregte Geistlichkeit. Auch die beträchtli-chen Besoldungen der zahlreichen höhern und niedern Beamten,die mannigfaltigen durch den Krieg und das ausländische KriigS-Volk entstandenen Bedürfnisse und die noch ausgedehnter» Erfor-dernisse der innern Verwaltung, welche grope Summen forder-ten, blieben »«berichtigt.
Der Druck der Durchmärsche und bleibenden Einquartierun-gen, die Härte und der Hohn, denjeder oft von unbezahlten undmißmuthigen Kriegsleuten erfahren mußte, in denen Viele theil-nehmende Freunde aufzunehmen gehofft hatten, stimmten manchegrößere Erwartung bald herab. Trotziger blieb das noch durchkeine fremden Soldaten gedemüthigte Baselsche Landvolk. I»den ersten Tagen des Juli entstanden daselbst Unruhen, weilViele die Staakscaffe unter die Bürger vertheilen wollten;allein durch die nachdrücklichen Maßregeln des Regierungsstatt-