Band 
Zweyter Band.
Seite
663
JPEG-Download
 

doch freundschaftliche Bescheinigung. Unter dem Nahmen der Be-wohner von Uri, Schwyz und Unterwalden erließen am 14 dieAnführer der drey Länder eine Kundmachung an das biedereSchweizervolk, und schloffen mit dem Wunsche, man mächte sichnicht zum Werkzeuge gegen sie gebrauchen lassen, indem es ihnenleid thun würde, den Kampf gegen Bruder zu bestehen, denensie so viel Gute«, als sich selbst wünschen. In Nidwaldenwurden die Bekanntmachungen der Conferenz zu Schwyz vonden Canzeln verlesen; dennoch gaben einige hundert Personeneine Denkschrift ein, in der sie bathen, man mochte sich in keineneue gewagte Unternehmung einlassen; allein mit Ungestüm wur-den am 16 zu Stanz drey Weltgcistliche und zwey Capuziner be-handelt, die man als Anhänger der Helvetischen Regierung ansah.Flinten wurden neben ihnen geladen, und nicht ohne verfolgt zuwerden, flüchteten sie sich über die Berge nach Luzrrn. Meh-rere hundert Personen verließen das Land, und diejenigen,welche sich zu Hergisweil aufhielten, wurden schriftlich im Nah-men der gnädigen Herren und Obern zurück berufen. Auch Schwyzrief seine Ausgewanderten zurück.

Von allen Seiten erhielten die Einwohner der drey Länderdurch Reisende und durch Briefe Ermunterungen und Ausichc-rungen, vornähmlich aus Bern und Aurich, und weil die Män-ner, die in Englischen Diensten gestanden waren, sich vorzüg-lich thätig zeigten, schloß man auf eine unmittelbare Einwirkungdes Großbritannischen Cabinets, obgleich dasselbe seit dem Frie-densschlüsse zu AmienS in friedlichen Verhältnissen mit Frankreichzu stehen schien. Aus der Schwäche der Regierung selbst konn-ten sie die größten Hoffnungen schöpfen. Geheime Abgeordnetevon Schwyz, welche im Anfange des Augusts zu Bern gewesenwaren, erhielten bey Verm'nac Aufnahme und die Antwort,die Französische Regierung gedenke nicht, sich in die Schweize-rischen Angelegenheiten zu mischen. Nach seiner Welse versi-cherte sie Dolder, er finde die Forderungen der Lander billig,