Industrie veranlaßten 1822 vierzehn Cantons zu einem Ver-suche, durch entgegengesetzte Maßregeln Frankreich zu Aufhe-bung oder Milderung der seinigen zu vermögen. Der Gedanke, der,wenn er aus der Ueberzeugung des Volkes selbst hervor gegangen,von dessen Gesammtheit oder doch von einer weit überwiegendenMehrheit als Nationalsache wäre aufgefaßt worden, nothwendighätte wirken muffen, da einzelne Versuche von ähnlicher Artbenachbarte Staaten zur Nachgiebigkeit bewogen, fand sogleichmächtige Schwierigkeiten. Nur durch fortgesetzte Aufopferun-gen hätte der Zweck erreicht werden können, und der Grad des Ge-lingens blieb ungewiß. Der Gewinn des Tages und des Jah-res, der bey der Menge den AuSschlag gibt, war gefährdet. Vie-len standen bleibende Beschränkungen des Ihrigen bevor, und dieweit größere Zahl der Nation schien wenig Gefallen an dem Vor-schläge zu finden. Mit Grund stützte nnter diesen Umständendie Minderheit der Cantone ihre Einwendungen auf den Nach-theil der Mauthanstalten und auf ihre für die Moralität des Vol-kes verderblichen Wirkungen. Beyde Parteyen blieben bey ih-ren Ansichten. Statt einen kräftigen Volkswillen in Wirksam-keit zu setzen, wurde ein unseliger innerer Krieg veranlaßt, inwelchem Zöllner und Waarendurchstöberer die Plakereyen größe-rer Mauthsysteme beynahe auf jeder CantonSgrenze den Schwei-zern vergegenwärtigten, und das Volk in der Erfindung falscherAngaben und in der Umgehung der Grenzanstalten übten. DieCantonsregierungen selbst erbitterten sich gegenseitig durch diedaraus entstandenen Verwickelungen, bis nach einer zweyjährigenErfahrung über die Nachtheile einer solchen Maßregel der Ver-such wieder aufgegeben werden mußte. (Retorsion.)
Nach der Beendigung des Defreyungskriegcs waren durch ei-nen großen Theil von Deutschland viele Personen aus allen Stän-den und Altern der Meinung, die großen Anstrengungen derVölker sollten ihnen durch die Einführung allgemeiner Stellver-tretungen und noch durch andere politische Freybeiten erwiedertwerden. Durch Mittheilungen von Mund zu Munde, durch