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schon damals Mittel und Wege gab über Mecklenburgs Verhältnisse Nachrich-ten zu erlangen. Deshalb dürfte aucli die Behauptung von Ackermann — (inseinem übrigens sehr verdienstlichen Aufsatze: „Ein Wort über praktische Sta-tistik und die Mittel und Wege zu ihrer Förderung in Mecklenburg,“ Meck-lenburger gemeinnütziges Archiv 1850, S. 105 ff.) — dass in Mecklenburg bis-her, weder von Seiten der Regierung noch der Privaten etwas für geregeltestatistische Forschungen geschehen sei; keinesweges wörtlich zu nehmen sein.Das „Mecklenburgische Gemeinnützige Archiv,“ welches vom Oktbr. 1850 bisEnde 1851 in Güstrow erschien und dessen Nachfolger, das seit Anfang 1852in Schwerin herausgegebene „Archiv für Landeskunde in den Grossherzogthü-mern Mecklenburg;“ beweisen durch ihren gediegenen, reichhaltigen Inhalt, dassnur die Erhebung allgemeiner Nachweise, namentlich in Ziffern, Schwie-rigkeiten findet. Diese Schwierigkeiten können allerdings nur durch eine durch-greifendere Z entralisation der Verwaltung gehoben werden. Allein mir scheint,unzweifelhaft, dass nicht lange mehr Mecklenburg das einzige Land in Europamit veralteten Einrichtungen bleiben kann; in einer Zeit, welche bei den Regie-rungen eine „kraftvoll freie“ Bewegung zur Lebensbedingung macht. — DurchMinisterial-Verordnung vom 19. Juli 1851'wurde, unter Genehmigung des Gross-herzogs, behuf Erforschung der statistischen Verhältnisse des Landes, ein „Sta-tistisches Büreau“ errichtet. In der dessfalisigen Bekanntmachung Iieist esferner: „dasselbe wird vorzugsweise die nachfolgenden Gegenstände in den Be-reich seiner Thätigkeit ziehen; die Topografie und die klimatischen Verhältnisse„Mecklenburgs, die Bevölkerung, den Besitzstand, die Erwerbsverhältnisse (Acker-bau, Viehzucht, Handel und Gewerbe), das Kirchen- und Schulwesen, die„Rechtspflege, die Sicherheitspolizei, Heimath- und Armenversorgung, die Sani-täts-Anstalten, und das öffentliche Einkommen nach allen seinen Zweigen. Das„Material zu seinen Arbeiten wird das statistische Büreau theils von den Behör-den erhalten, theils durch Privatpersonen oder Vereine von Privatpersonen zu„gewinnen suchen, und zwar entweder durch direkte Kommunikation oder durch„Vermittelung des Ministeriums des Innern. Das statistische Büreau erhält Por-tofreiheit für alle an dasselbe gerichteten Briefe und Pakete, sowie für alle von„demselben abgesandten Briefe und Pakete, welche mit dem Offizialsiegel des„Bureaus verschlossen sind. Die durch die Arbeiten des statistischen Bureaus„gewonnenen Resultate werden in angemessener Vollständigkeit durch den Druck„bekannt gemacht werden. Die Veröffentlichung wird zur Zeit durch eine geeig-nete Zeitschrift geschehen.“ Dieses Büreau, dessen Zusammensetzung aus Mit-gliedern verschiedener Berufskreise (Staats-Handb. für 1854, Seite 29 und 30)recht zweckmäsig sein dürfte, hat die seit seiner Errichtung verflossene Zeitbestmöglichst benutzt, wie die zahlreichen Mittheilungen im „Archiv für Lan-deskunde“ bezeugen. Es wird auch ohne Zweifel, durch die Theilnahmlosig-keit, welche in einzelnen Landestheilen ihm begegnet (z. v. Landw. Annalen desMecklenbg. patriot. Vereins, Jahrg. 1852, S. 87 und 1853, S. 80) sich nicht