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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Handels-Erwerb.

genommen, und wo sie nicht durch Zollbegünstigung anderer Plaggen daranverhindert werden, können sie mit Jedem konkurriren.

Die Bremer Schiffe können ausserhalb Europa mit den Schiffen anderer >Nationen stets konkurriren, mit Ausnahme etwa in einzelnen Fällen der Schwe- .den, Russen und Norweger, deren Mannschaft billiger in Kost und Lohn :und deren Schiffe wohlfeiler sind. In den Europäischen Fahrten aber, inso- ;fern dazu kleinere Schiffe passender sind, finden die Bremer in den Hanno- !veranern, Oldenburgern und Holsteinern unbesiegbare Konkurrenten.

Die Lübecker Schiffe konkurriren, abgesehen von den Begünstigungenfremder Flaggen oder Ladungen, sehr gut, weil sie hinsichtlich der soliden Bau-art und Schnelligkeit so wie der guten Führung, einen hohen Ruf gemessen undhäufig den Vorrang erringen; nur gegen Finischeund Schwe dische Schiffe ;hält die Konkurrenz schwerer, weil diese in manchen Linien billiger fahren können.

Die Hannover'sehen Schiffe können (wenn keine Begünstigungen Statt !finden) allenthalben wo ihre Bauart für die betreffende Fahrt sich eignet, um so J

mehr mit gutem Erfolge gegen andere Nationen konkurirren, weil die Schiffe wegen j

ihrer Tüchtigkeit und guten Zustandes, so wie wegen der Rechtlichkeit der Führer )und Mannschaften gesucht sind. Nur auf den wichtigsten Europäischen See- jfrachtlinien treten die Schweden und N o r w ege r als starke Mitkonkurrenten auf. j

Die Mecklenburgischen Schiffe können, wenn sie mit Kupfer oder j

Zinkhaut versehen werden, in die auss er europäische Frachtfahrt mit Erfolg ein- j

treten; sie kommen aber, da dies selten der Fall ist, wenig in diese Frachtfahrt; j

vielmehr geschehen ihre mehrsten Fahrten in der Nord- und Ostsee, im Weissen, j

Mittelländischen und Schwarzen Meere, wo sie wegen ihrer soliden Bauart und |

guten Führung sehr gern zur Befrachtung genommen werden. I

Die Ol de n b ur gis c h en Schiffe können mit denen aller andern Nationen ;

konkurriren, nur die Schweden und Finen fahren billiger, aus den schon i

früher angeführten Gründen. Allein sie sind bis jetzt in der aussereuropäisehenFahrt nur wenig betheiligt.

Statistik der Handelsflotten ausserhalb Deutschland.

Ein im Oktober 1853 dem Parlamente vorgelegtcr Nachweis, enthält inte-ressante Einzelheiten über die Entwicklung der Britischen Rhederei.Man findet darin die Zahl der Schiffe angegeben die den verschiedenen Han-delshäfen des Landes gehören, und das Verhältniss derselben in den auf ein-ander folgenden Jahren von 1814 bis einschl. 1852. Die Gesammtsumme derFahrzeuge im erstgenannten Jahr (1814) betrug 24418, von zusammen 2,616965Tonnen Gehalt, auf denen 172786 Matrosen und Schiffsjungen dienten. Im J.1851 zählte man 34402 Schiffe von 4,424392 Tonnen Gehalt, mit 243512Matrosen und Jungen. Somit hat sich die Zahl der Schiffe in 39 Jahren um41 Prozent, ihr Tonnengehalt um 72, ihre Bemannung um 40 Prozent ver-