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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Handelsflotten, Rhederei und Schiffbau ausserhalb Deutschlands.

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mehrt, bei welcher letztem Ziffer zu berücksichtigen ist dass im Verhältnisszur zweckmäsigern Einrichtung der jetzigen Schiffe die an gestellte Mannschaftgeringer wird. Vergleicht man den durchschnittlichen Tonnengehalt der Schiffevom Jahr 1814 bis auf die letzte Zeit, so sieht man die fortschreitende Neigungimmer grössere Fahrzeuge zu bauen. So war der durchschnittliche Ton-nengehalt im Jahre 1814: 122, im J. 1852 schon 235 Tonnen. Daraus ist zuerklären dass die Grösse des Tonnengehalts in der Britischen Marine von einemJahr zum andern geradezu sich verdoppelt hat, dass aber trotzdem die Zahl derneugebauten Schiffe beinahe gleich geblieben ist. So wurden z. B. im J. 1815:706 und im Jahr 1852 auch nicht mehr als 712 neue Fahrzeuge vom Stapelgelassen; in jenem Jahre war aber ihr Gesammtgehalt 86075, im letzten Jahr167491 Tonnen. Noch deutlicher tritt diese Tendenz bei den für den Kolonial-verkehr bestimmten neuern Fahrzeugen hervor, abgesehen davon, dass auch dieabsolute Zahl der Kolonialschiffe eine ausserordentliche Vermehrung nachweist.Es wurden im Jahr 1815 für die Kolonien 131 Schiffe von 11069 Tonnen, imJahr 1852 dagegen 680 von 141116 Tonnen Gehalt gebaut und bemannt. Trotzder Reform in den alten Schifffahrtsgesetzen, aus der die Protektionisten bis vorkurzem noch den Ruin der Englischen Marine prophezeiten, zeigt der Tonnen-gehalt und dieser, nicht die Zahl der Fahrzeuge ist der richtige Mastabvon Jahr zu Jahr eine stätige Zunahme, und in keinem Jahr, mit Ausnahmevon 1840 und 1841, als die Schiffbauer von Sunderland von einer ungemesse-nen Spekulationswutli ergriffen waren, zeigt sich dieser Zuwachs bedeutenderals im Jahre 1852, wo der Verkehr mit Australien auf den Werften des ganzenLandes eine in der Geschichte aller Völker noch nie dagewesene Thätigkeit insLeben gerufen hatte. In diesem Ausweis finden wir auch noch die Zahl derSchiffe angegeben die seit der Aufhebung der alten Schifffahrtsbeschränkungenin fremden Ländern von Englischen Rhedern angekauft worden sind. IhreGesammtzahl belief sich im Jahr 1850 auf 57 Fahrzeuge von 10499 Tonnen,| im Jahre 1851 auf 26 von 6049 Tonnen, und im J. 1852 auf 28 von 6724Tonnen. Diese Zahlen sprechen deutlich genug für die alte Behauptung dassdie Englischen Schiffbauer vorderhand noch wenig von der Konkurrenz des Aus-landes zu fürchten hatten. Am 31. Dezember 1852 waren in die Register ein-| getragen: der Häfen von England und Wales, Segelschiffe unter 50 Ton.j 6686 und ihr Tonnengehalt 200973 Zentner. Jener über 50: 11941 mit 2,564754j Tonnen. An Dampfschiffen unter 50 Tonnen zählte man 502 mit 12447j Tonnen, über 50: 471 _mit einem Gesammtgehalte von 129825.

* Segelschiffe.

unter 50 Tonnen. über 50 Tonnen.

In Schottland . . . 1200 mit 85173 2070 mit 461730

In Ireland . 1003 28614 1075 198771

Dampf schiffe.

unter 50 Tonnen über 50 Tonnen.

In Schottland.In I r e 1 a n d .

v. Raden, Statistik v. Europa.

36 mit 9857 144 mit 3712012 370 98 27242

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