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Handels-Erwerb.
Sache vor Augen treten, dass dadurch auch die Art und Stärke der Bewaffnungder Dampfboote eine gänzliche Abänderung erlitten hat; indem die neuartigenKriegs dampf schiffe ebenso viel Geschütz führen, als die ihnen entsprechendenKriegs s e g e 1 schiffe. Um ein Bild von einem der besten Kriegsdampfer mit Schraubezu geben, theile ich nachstehende Beschreibung des klipperartig gebautenV. Stat. Kriegschiffs „Princeton“ mit (Marine Ztsehr. 1853, S. 233). Erträgt4 Stück 8zöllige Paixhans von je 58 Ztr. und 6 Stück 32Pfdr. von je 32 Ztr.Die Maschinen sind nach der Erfindung des genialen Ericson, mit Halbzylindernund Flügeln, die sich pendelartig bewegen. Sie kommen in ihrer Kraft gewöhn-lichen Zylindern von 57 Vs Zoll Durchmesser und 3 Schuh Kolbenhub gleich.Der Propeller, aus Gussmetall, hat 4 Flügel von 16 Fuss Durchmesser, einerGewindstufen-Höhe von 25 — 31 Fuss. — Die helikoidische Oberfläche der 4Flügel beträgt 115V 2 , die projicirte 83 3 /4 OFuss. Die Gewichte sind nachfolgende:
Schiffskörper.
575
Tonnen (zu 2240 Engl. &)
Masten und Sparren.
41
55
Takelwerk mit den Blöcken ....
18
55
Segel . . ..
6
55
Taue und Anker .
44
55
Wasserkisten, Wasser und Lebensmittel
100
55
Bemannung und Effekten.
25
55
Geschütze sammt Munition ....
34
55
Boote.
4
55
Maschinen, Propeller u. Kessel s. Wasser
143
55
Zusammen
986
Tonnen.
Kohlenvorrath.
184
55
Zusammen
1170
Tonnen,
mit einem Kostenbetrag von etwa 420000 Fl. in Silbergeld. Die Eigenthüm-liclikeiten und Leistungen der Schraubenschiffe werden von einempraktischen Sachverständigen in Nr. 79 des Bremer Handelsbl. von 1853, wiefolgt geschildert.
1) Wenn die Schraube gehörig konstrnirt ist und den hinreichenden Tiefgang im Wasserhat, so verwendet sie ihre ganze Kraft auf die Fortbewegung des Schiffs und es geht keineDampfkraft unnütz verloren. Deshalb erfordert ein Schraubendampfschiff reichlich um ein Drit-theil weniger Maschinenkraft als ein Räder-Dampfschiff, erreicht dabei ziemlich denselben Fort-gang wie letzteres, erfordert auch um ein Drittheil weniger Kohlen.
2) Wenn der Wind seitwärts einkommt und das Schiff mehr oder weniger auf die Seitegelegt wird, so sieht man, dass das Rädersystem ganz aus seiner gehörigen Lage geräth; daseine Rad kommt übermäsig tief zu liegen, und das andere berührt kaum die Wasserlinie. Da-gegen geht die Schraube ungestört ihren Gang und der Fortgang des Schiffs wird nicht geschmä-lert, im Gegentheil können alle dienlichen Segel mit beigesetzt werden, und die Fahrt des Schiffswird sich leicht um 2—3 Meilen per Wache vermehren.
31 Recht vor dem Winde, wenn das Schiff keine seitwärts stützenden Segel führen kann,und wobei fast jedes Schiff mehr oder weniger rollt oder schlingert, wird die Schraube nicht