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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Handels-Erwerb.

durch, Dampfboote auf der Saar gegangen waren, wurde dieselbe im Sommer 1853von einem kleinen Boote zwischen Saarbrücken und Saarlouis befahren.

14) Auf der Lippe ist zwischen Hamm und Wesel seit dem Sommer 1853eine Dampfschleppfahrt eingerichtet.

15) Im Juli 1853 wurde die Dampfschifffahrt auf der Ruhr zwischenRuhrort und Werden eröffnet. Ob örtliche Schwierigkeiten die Ausführungdes Projekts einer Befahrung der Lahn mit Dampfbooten gestatten werden, istnoch nicht entschieden.

16) Auch die'Weser wird durch Preussische Dampfboote befahren wer-den, indem eine zu Minden gebildete Schleppschifffahrts-Gesellschaft unter dem22. August 1853 die Königl. Genehmigung erlangt hat.

Eine systematische Zusammenstellung der Preuss. Vorschriften üb erDampfschifffahrt enthält von Rönne Gewerbe-Polizei, Breslau 1851, I, S.371 ff.; womit der Supplementband zur Baupolizei, Breslau 1852, zu verglei-chen ist; auch finden sich die auf den Rhein bezüglichen Vorschriften in derSammlung der Gesetze und Verordnungen von Fuest, Wesel 1852.

3. Königstaat Bayern. Ueber die jetzt im Staatsbetriebe befindliche Do-nau-Dampfschifffahrt, entnehme ich der höchst lesenswerthenNach-weisung über den Betrieb der K. Bayerischen Verkehrs-Anstalten, München1853, S. 26 ff. auszugsweise Folgendes:

Die ersten Versuche, die Bayernsche Stromstrecke der Donau mit Dampf-schiffen zu befahren, wurden von einer Aktiengesellschaft gemacht, welche sichirn Jahr 1837 unter dem Namen Bayeriscli-Württembergische-Donau-Dampf-schifffahrtsgesellschaft in Regensburg gebildet und zu dem Ende mit Privilegiender beiden Staaten versehen hatte. Die Absicht der Unternehmer war auf Be-fahrung der Strecke von Ulm bis Linz gerichtet; der Mangel an geeignetenBooten für die Stromstrecke von Regensburg aufwärts sowohl, als auch dieStromhindernisse selbst, überzeugten aber die Aktionäre gar bald von der Er-folglosigkeit einer solchen Ausdehnung des Schifffahrtsbetriebs und es wurdensofort die Fahrten auf die Linie zwischen Regensburg und Linz beschränkt.Ungeachtet der damals sehr günstigen Verhältnisse für den Personen- und Waa-rcn-Verkehr und des auf das bessere Fahrwasser beschränkten Betriebs, warendie Rechnungsergebnisse den Aktionären nichts weniger als günstig; welcherUmstand zunächst der Ausdehnung der Werkstätte zu einer Maschinenfabrikund der keineswegs glücklichen Auswahl der Schiffe zuzuschreiben war. Unterdiesen misslichen Verhältnissen konnte der Aktiengesellschaft Nichts willkom-mener sein, als dass der Bayerische Staat, die Wichtigkeit dieser national-ökonomischen Anstalt erfassend, im Jahre 1846 zur Uebernahme desselbensich entschloss, und die damals vorhandenen 4 Schiffe, wovon 3 garte herabge-kommen waren dann die Schiffswerfte, sammt dem Schiffsrestaurations- undWerkstätte-Inventar um 500000 Fl. erwarb. Durch das dessfalls erlassene Ge-setz vom 23. Mai 1846 wurden noch weitere 390000 Fl. für die bessere In-