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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Handels-Bewegung. Hannover.

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den Massen nach entfernten Plätzen, selbst nach England, Holland, Ostfriesland,»nach Ostseehäfen etc. verfahren wird.

In und bei Buxtehude giebt es jetzt schon, ausser zahlreichen Brannt-weinbrennereien, Töpfereien und ähnlichen landwirtschaftlichen Nebengewerben)

8 Lederfabriken, eine umfangreiche Kalk- und Zementfabrik (auch für sogen.Portland-Zement), 3 Leim-, 2 Seifen-, 3 ansehnliche Oel-, 1 Farbeholz-Fabrikund 1 Dampf-Holzsägerei; 1 Steinzeugfabrik ist in Anlage begriffen. DieseFabriken beschäftigten mit etwa 350000 Thlr. Betriebskapital regelmäsig an160 Arbeiter; der Anschluss an den Zollverein wird die dortige Fabriksthätig-keit voraussichtlich bedeutend vermehren. Eine Erwerbsquelle von gleicher Wich-tigkeit für Buxtehude ist der Handel mit Rohprodukten, dessen Hauptgegen-stände aus Torf, Krummholz, Bau-, Nutz- und Brennholz und Getreide bestehen,und aus den benachbarten Bezirken, namentlich den Aemtern Horneburg, Har-sefeld, Zeven und einem Theile des Amtes Jork eingeführt werden. Die jähr-lich angekaufte Menge beläuft sich auf etwa 4000 Last zum Wertlie von 50bis 60000 Thlr., wovon ungefähr 3000 Last (darunter 1500 Last Torf) durch-schnittlich jährlich auf die Ausfuhr kommen. Der grösste Theil der ausgeführtenWaaren und Fabrikate geht nach Hamburg und Altona, auch wird ein Theilnach den verschiedenen Hannoverischen Plätzen an der Elbe verladen. DirekteVersendungen über See werden nur von Krummholz und Oelkuchen gemacht.Uebrigens beziehen die Buxtehuder Fabriken direkt über See: Zementsteine,Kreide und Steinkohlen; die Aufgabe und die Zahlung dafür wird jedoch zumgrössten Theil durch Hamburg vermittelt.

Der Landdrostei-Bezirk Stade enthält ausserdem noch zwei besonders be-merkenswertlie Verkehrsplätze: Brunshausen und Geestemünde.

b) Brunshausen. Untiefen der Elbe von Hamburg abwärts sind:a. bei Teufelsbrück, bei ordinär niedrigem Wasser 7 und bei ordinärem Hoch-wasser 13 Fuss; b. bei Blankenese 8 und resp. 14 Fuss; c. bei Schulau 9und resp. 15 Fuss; d. unterhalb Brunshausen beimhungrigen Wolf 10 undresp. 16 Fuss, und e. bei Pageusand nebeh Assel noch eine unbedeutende Un-tiefe. Die hier angegebene Wasserhöhe tritt bei gewöhnlichem Ost winde ein >ist der Ostwind stark, so läuft das Wasser mehr ab und nicht so hoch an; dasWasser erreicht alsdann also nicht die angegebene Höhe; bei Westwind aberwird es durchschnittlich etwa um 2 Fuss höher wie angegeben. In denJahren 1844 bis 1846 wurde mit etwa 50000 Thlr. Kostenaufwand, eine Ha-fenanlage, auf dem sogen. Stader Sande, am linken Ufer des Schwingeka-nals, etwas unterhalb dem Elbzollamte Brunshausen, bewerkstelligt. Die Absichtwar, durch Bebauung des aufgeführten (28 Fuss über ordinär niedrigem Wassererhobenen) Deichs, dort eine Ortschaft entstehen zu lassen; wohin auch dasZollamt und die (an die Stelle des Kriegsschiffs tretende) kleine Festung kommensollten. Obgleich der Hafen sicher und gut, auch für Schiffe von ziemlicherGrösse genügend ist, indem seine Wassertiefe bei ordinär niedrigem Wasser 5