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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Handels-Bewegung Hannover.

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haven bekam; welches 1854 schon zwei grossartige Trockendocks besitzt undaus 94 Wohngebäuden mit etwa 900 Bewohnern besteht. Die Wassertiefeim Eingänge zur Geeste ist der zum Bremer Hafen gleich, nämlich bei ordinärniedrigem Wasserstande 7 Fuss, weiter hinein 1012 Fuss. Die gewöhnliche| Fluth beträgt IIV 2 Fuss, folglich ist die Geeste für alle Kauffahrer zugänglich.

| Die S chiff s bewegung hat betragen: a) im Jahre 1851: 1371 Schiffe mit

: 23082 Lasten; Näheres über die Schiffe ist nicht nachzuweisen; b) im Jahre

1852: 1468 Schiffe mit 36977 Lasten und zwar: 1. ein gelaufen 184 Seeschiffemit 11157 Lasten und 539 Fluss- und Wattschiffe mit 6497 Lasten; 2. aus-i gelaufen 193 Seeschiffe mit 12497 Lasten und 552 Fluss- und Wattschiffe mit

i 6826 Lasten; c) im Jahre 1853: 1727 Schiffe mit 36974 Lasten und zwar:

j 1. eingelaufen 146 See-Schiffe mit 8815 Lasten, ein See-Dampfboot mit 160

j Lasten und 701 Fluss- und Wattschiffe mit 9060 Lasten; 2. ausgelaufen 153

! Seeschiffe mit 9266 Lasten, ein Seedampfboot mit 160 Last und 725 Fluss-

und Wattschiffe mit 9513 Lasten. Die täglich von und nach Bremen beziigl.

! ein- und auslaufenden 4 und 6 Dampfboote sind nicht mitgerechnet. Der

direkte Handel des Hafenorts Geestemünde ist noch sehr unbedeutend undbesteht hauptsächlich aus Holz, Steinen, Getreide und Steinkohlen. GenauereAngaben darüber sind nicht zu machen. Die mehrsten ein- und ausgehen-den Waaren sind für Bremen bestimmt, und werden in der Geeste selbst auf-und von Lichterschiffen geladen. In dem ersten Hefte der (bereits erwähnten)kleinen Schrift:Hannovers Seeschifffahrt, Leer 1853 ist auch Geestemündebesprochen und S. 61 hat der Verfasser, Maasregeln zur raschen Hebung diesesPlatzes vorgeschlagen. Mit der Nothwendigkeit einer direkten Eisen bahn-Ver- bindung und der Bahnhofanlage am linken Geesteufer, so wie mit der Einführungsolcher Gewerbe-, Handels-, Rechtspflege- und Hypotheken-Gesetze, ohne welcheder Erwerb und Verkehr in einem Hafenplatze nicht gedeihen kann, bin ich imInteresse von Geestemünde einverstanden. Die sonstigen Vorschläge aberscheinen nur eine Fortsetzung des Systems der alten Hannoverschen Zollver-waltung zu sein; welche unwandelbar an dem Gedanken festhielt, dass mandurch Verbote, Ermäsigungen, Begünstigungen, oder Erhöhungen von Abgaben, seinen guten und nützlichen Nachbaren möglichst viel Handelsgegenständezu entziehen suchen müsse. Hätte man wirklich die Absicht Bremerhaven(welches die ganze Hannoversche Umgegend ernährt) zu schaden; so würdesolches vielleicht dadurch erreicht werden, dass man Geestemünde in die Zoll-linie zöge. Dann würden wahrscheinlich noch mehr Bremer-Kapitale dahin über-siedeln, als bereits geschehen ist.

Im Landdrostei-Bezirk Aurich (Ostfriesland und hinsichtlich derSchifffahrts- u. s. w. Angelegenheiten, das übrigens zum Ldrst.-Bez. Osnabrückgehörige Papenburg) waren bisher Gegenstände des Ausfuhrhandels nur dieüberschüssigen Erzeugnisse der Ostfriesischen Landwirtschaft, Viehzucht, Fi-scherei und Torfgräberei. Der Getreidehandel hat durch die freie Einfuhr in