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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Landheer und Kriegsflotte in Europa.

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ten über 50000, nämlich 19800 im Schwarzen und 30800 Mann im Baltischen Meere angegeben;allein in Wahrheit stehen (mit Einschluss der 1000 Mann im Kaspischen Meere) nur gegen42000 Mann zu Gebote; wenn man die ungeübte Mannschaft abrechnet, durch welche, in Zeitender Ausrüstung, den Mangel zu ersetzen versucht wird. — Nach einer zuverlässigen Nachrichtwar im Jahre 1849 die Russische Kriegsflotte zusammengesetzt ans:

1) 4 Linienschiffen, jedes zu 120 Kanonen,

2) 6 „ „ „ 100-110 „

3) 26 ., „ „ 80— 90 „

4) 18 „ „ „ 70- 80 „

5) 4 Fregatten, jede von 60 „

6) 24 „ „ „ 40- 50 „

7) über 40 Korvetten, Schooner, Briggs u. s. w.

8) 34 Dampfschiffen.

Diese Englischen Berichte geben jedoch die Zahl der Linienschiffe zu hoch an, ein Irr-thum, der darin seinen Ursprung haben mag, dass man abgetakelte und bereits unbrauchbargewordene Schiffe noch lange Zeit selbst in den amtlichen Listen fortführt. Im dienstfähi-gen Zustande waren 1851 nur 5 Linienschiffe von 120 bis 100 Kanonen, 10 von 84 und 30von 74 Kanonen. Zu den oben aufgezählten 47 Equipagen (von denen aber die beiden letztenkeine Kriegsdienste thun) kommen noch 9 Last- und 15 Arbeiterequipagen. Die erstemhaben nur auf den Schiffen in den Häfen, über die sie übrigens auch die Aufsicht führen, anden Küsten und in den Mündungen der grossem Flüsse Dienste. Diese Lastequipagen sindzunächst in den Haupthäfen vertheilt, befinden sich also zu Petersburg, Kronstadt, Reval, zuSweaborg und Helsingfors, zu Astrachan, Taganrog, Sewastopol, Nikolajew, Odessa- Ausserdemstationirt eine Lastequipage in der Donau, und zwar hauptsächlich in dem Sulinaarm für diedortige Russische Schifffahrt; eine andere in Archangelsk für das Weisse Meer; eine zu Ochotzkfür die Schifffahrt im Ochotzk’schen Meerbusen; endlich ist eine für das Meer von Kamtschatkavorhanden. Die Equipage der Donau muss im Fall der Noth auch Lauddienste thun. Die Stärkeeiner solchen Last- oder Hafeuequipage soll ebenfalls 1000 M. betragen. Die 15 Arbeiter-equipagen umfassen die militärisch geordneten Handwerker, Maschinisten, Hafenbauer undHandarbeiter, also diejenigen Personen, welche in den Admiralitäten, auf den Werften, auf denDocks und in den Häfen zum Neubau und zur Ausbesserung von Schiffen erforderlich sind. Wiedie Lastequipagen, so sind auch die Arbeiterequipagen an bestimmte Standorte gewiesen; wäh-rend einer Kampagne aber werden jedem Schiffe einige Handwerker beigegeben, damit diese imFall der Noth die Reparaturen u. s. w. ausführen können.

Obwohl nicht zu der Russischen Marine gehörig, stehen doch die Kosaken von Azowzu derselben in naher Beziehung, indem sie (ein Regiment von 800 Mann bildend) eine kleineFlottille besitzen, mit welcher sie für die Sicherheit der Ufergegenden am Azow’schen MeerSorge tragen müssen. — Im Allgemeinen ist noch zu bemerken, dass in Friedenszeiteu, nachden Bestimmungen des Ukas vom 22. Juni 1836, ein Theil der niederen „Chargen des See-Ressorts“ mit unbestimmtem Urlaub entlassen wird. (Nach der Gegenwart, Heft 29 von 1849;von Haxthausen, Studien Bd. III.; Oesterr. Marine-Zeitschr, 1853, S. 246 ff.; den militärischenZeitschriften Oesterreich’s, Freussen's und England’s: der Augsburg, allgemeinen Zeitung u. s. w.).

Eine Angabe des Moniteur de la Flotte vom März 1854 ist weit ungünstiger, denndanach soll etwa 1 |3 der Baltischen Flotte nicht dienstfähig sein. Ihr Sollbestand wird zu 27Linienschiffen, 18 Fregatten und 15 kleineren Fahrzeugen angegeben.

Die Gesammtausgabe für die Kriegsflotte ist im ordentlichen Etat etwa 26,500000Rub. S. Davon kommt fast die Hälfte auf den Unterhalt der beiden im Dienst befindlichenFlotten des Baltischen und Schwarzen Meeres. Das Uebrige bedürfen die Scheereuflotte, dieSchiffe auf dem Kaspischen, Azow’schen, Weissen, Ochotzkischen Meere; dann die mit derKriegsmarine verbundenen Anstalten zum Neubau und Unterhalt; zum Unterricht; zur Hafen-und Küstenvert-heidiguug; die oberste Leitung u. s. w.

v. Reden, Statistik v. Europa-

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