342
Anziehung.
unlängst aufgestellte Hypothese, dafs die Himmelskörperleiclit aus ungleich anziehenden, oder eine chemische, inder Berührung durch Wahlverwandtschaft kenntliche Anzie-hung ausiiben, so dafs dann die Summe dieser verschiedenenAttractionen bei der Gröfse der Himmelskörper die Erschei-nungen der Gravitation erzeuge. Hierdurch wäre aller-dings der Unterschied zwischen chemischer Anziehung undder Newtonsclien Attractiun aufgehoben, und da wir die Be-standtheile der Himmelskörper und deren specilische An-ziehung nicht kennen, mithin die Voraussetzung, dafs sieaus gleichartiger Masse bestehen, durchaus nicht begründetist; so kann auch die Erfahrung, wonach die Anziehung derMassen proportional seyn soll, nicht zum Gegenbeweisedienen. Uebcrdas aber bemerkt schon Mayer, dafs die Un-tersuchung der Perturbationcn dieses Gesetz sehr zweifel-haft mache 1 , noch mehr aber die unmerkliche Störung,welche die-Kometen verursachen, obgleich man diese ausihrer geringen Masse zu erklären suche, ohne dafs jedochhierfür ein anderer genügender Beweis existire. Ganz vor-züglich scheint indefs die Berechnung des Enke’schen Kome-ten fast nothwendig zn fordern, dafs die Planeten gegen dieverschiedenen Himmelskörper eine verschiedene Anzie-hung ausüben, weil ihre Massen mehrfach abgeändert wer-den müssen, wenn man die Beobachtungen der Störungenverschiedener Planeten auf das nämliche Gesetz zurück-führen will 2 . Ob es möglich sey, hiermit die späterenAnsichten La Place’s 3 in Einklang zu bringen , wonachdie molecüläre chemische und capillare Anziehungen min-destens in ihren Aeufscrungen verschieden seyn sollen, in-
1 p. 4 o: illa lex, ex perturbationibus planetaruin mutuis non di-
recte sequitur.
2 Enke in aslrouom. Jalnb. 1826. p. 128. Schumacher Astron.Nachrichten 1820. I. N. 8.
5 Ann, de Chim. et Ph. XII. 8 . Schon früher findet sich die näm-liche Ansicht desselben in J. de Ph. LXIII. 47*. G. XXXIII. t 53 . Immeraber bleibt es bei dieser Erforschung des allgemeinen Naturgesetzes dun-kel, wodurch die, in der chemischen Affinität mit ganzer Stärke wir-kende Anziehungskraft in der Capillarattraction mit geringerer IntensitätWirkt, wenn anders in beiden Fällen unmittelbare oder nahe unmittel-bare Berührung der Korperelcmeute statt findet.