Anziehung.
343
dem jene in ihrer ganzen Stärke, aber mit der Entfernungstark abnehmend, diese dagegen weit schwächer, und vonder Krümmung der Oberflächen in den haarröhrenartigenRäumen abhängig wirken soll, darüber ist bei der Schwie-rigkeit des ganzen Problems nicht leicht zu entscheiden.Sehr bestimmt, und dabei höchst sinnreich, zugleich auchln das eigentliche Wesen der Erscheinungen eingehend istdie Vermuthung eben dieses grofsen Geometers 1 2 , dafs dienämliche Kraft der allgemeinen Anziehung, bedingt, durchdie Gestalt der Körpcrclemcntc und der Einllufs der Wärme,als Ursache der Gohasion, der Festigkeit, Flüssigkeit undExpansion anzusehen sey.
Eine Erwähnung und Berücksichtigung verdient aufallen Fall eine allerdings scharfsinnige Prüfung der oben er-wähnten Hypothese La Place’s durch G. Belli * , welcheim Allgemeinen darauf hinausläuft, dafs die Voraussetzungso kleiner Körperclcmente, mit Anziehungskräften verse-hen, zu hypothetisch sey, die gehörige Würdigung der viel-fachen Erscheinungen vielmehr auf einen Unterschied derGravitations-Anziehung und der molcciilären führe. Letz-tere soll dann, nach Newton’s beiläufiger Acufserung, ineinem weit höheren Verhältnisse, als dem quadratischen desAbstandes abnehmen, und daher blofs in der Berührung eine.bedeutende Wirkung zeigen, in mefsbarcr Entfernung aberverschwinden, und keine Störung der Gravitationsbewegun-gen hervorbringen. Diese ist dann die Ursache der Collil-sion (Adhäsion und Capiilarattraction), der lirec/iungdes Lichtes und der chemischen Verwandtschajt ,und wirkt im umgekehrten höheren als fünffachen Verhält-nisse des Abstandes. Weit weniger wissenschaftlich begrün-det, und überhaupt das eigentliche Wesen der Sache nichtbestimmt treffend ist endlich die Ansicht Cahraijori’s 3 ,wenn er darzuthun sucht, dafs es eine besondere Flächenr-anzichung gäbe, welche aber von der Adhäsion und deren
1 G. a. a. O. i34-,
2 Bnignatelli Giorn. V. HO.
5 Bruguatelli Giuru. III. 370 .