Band 
Erster Band. A und B.
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Barometer,

Richtung beider Schenkel nach dem zum Grunde liegendenPrincipe ganz gleichgültig, wenn man nur dafür sorgt, dafsder Druck der atmosphärischen Luft die gewählte Flüssigkeitin dem einen Schenkel der communicirendcn Röhre balancirt,und durch die Höhe der letzteren gemessen werden kann.Wenn man von diesem einfachen Grundsätze ausgeht, soübersiehtman bald, dafs das Barometer ein vollkommenesabsolutes Mcfswerkzeug ist, weil es nach einem festen hy-drostatischen Gesetze die gesuchte Gröfsc genau angiebt; zu-gleich aber lernt man die vielen Unrichtigkeiten würdigen,welche die deutliche Kenntnifs seines "Wesens sehr häufig zuverwirren pflegen. Wir wollen versuchen, die Theorie desBarometers und die Praxis seiner Anwendung aus diesem ein-fachen Grundsätze abzuleitcn.

Es ist der Natur der Sache nach gleichgültig, welcheFlüssigkeit man zum Messen des Luftdrucks nimmt, voraus-gesetzt, dafs sich dem Wesen des Barometers zu Folge dieseFlüssigkeit allein und ohne sonst etwas in dem einen Schen-kel befindet. Wirklich hat man auch wiederholt sogenannteWasserbaromer aus metallenen, vermittelst Leder züsam-mengeschrobenen, oben in eine Glasröhre endigenden ble-chenen Röhren bestehend verfertigt. Ein W r erkzeug dieserArt zeigte Otto v. Guericxe 16 5 4 auf dem Reichstage inRegensburg 1 * , ein ähnliches gebrauchte Castar Bertus inRom , und brachte im oberen Raume ein Glöckchen mit ei-nem durch einen Magnet beweglichen Hammer an, um durchdas Tönen des ersteren die Theorie von der TorriceliischenLeere zu widerlegen 4 ; und selbst Hatjsen, Winkler undLudwig stellten noch Versuche in Leipzig damit an 3 . Ebenso könnte man W r eingeist, Säuren u. s. w, nehmen; alleinkeine, bis jetzt bekannte Flüssigkeit aufser dem Quecksilbererfüllt die unnachläfsliche Bedingung bei der Constructiondieses Werkzeugs, nämlich dafs sich eine Röhre mit dersel-ben füllen und dann umkehren läfst, um durch den Gegen-druck der Luft die zum Gleichgewichte mit derselben erfor-

i G. Schott Technica enriosa cet. Norimh. i664. 4. p. a5. 34.

n G. Schott Mechanica hydraulico-puemnatica. Herbip. 1657. p. 3o8.

3 Gehler III. 45. Vergl. Kästner Anfangsgr. d. Math. V. 182'.