Bauchredner.
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aus der Lunge zu begleiten. Dieses giebt indefs den Zuhö-rern ein durch Uebung bis zur hohen Fertigkeit gebrachtesMittel, den Ort des Redenden zu erkennen, und hierüberweit weniger in Ungewifsheit zu scyn, als rücksichtlich son-stiger gehörter Töne. Indem nun der Bauchredner diesesvermeidet, gewinnt er aufser den oben angegebenen Mittelnder Täuschung noch ein vorzügliches dadurch, dafs aufserseiner eigenen Stimme von einem bestimmten Orte noch eineandere von keinem bestimmten Orte gehört wird. Dieses er-reicht er aber um so besser, je vollkommener er das Fort-stofsen der Luft aus den Lungen vermeidet, indem er viel-mehr durch die Anstrengung der Lungen, desgleichen derBrust- und Bauch-Muskeln vermittelst der eingcschlossenen,zwischen den Bändern der Stimmritze oscillirenden Luft dieerforderlichen Töne hervorbringt *. Daher kommt das Be-dürfnis des Bauchredners, vor jeder erkünstelten Rede dieLungen mit Luft zu erfüllen , daher die Anstrengung, wel-che das Ilervorbringen der Töne erfordert, daher die kur-zen Perioden, worin er die fingirten Personen reden läfstund das Erfordernis des Dialogs, indem er durch natürli-ches Reden sich wieder ausruhet, nebst der Unmöglichkeitdes Singens, daher die unbestimmten Antworten der Bauch-redner auf die Frage, ob sie die Töne durch Einziehen derLuft hervorbringen, indem nach Autenrieth’s , Gilbert’sund Monte cre’s Berichten sie selbst den Mechanismus nichtkennen, wodurch sie die künstlichen Töne erzeugen, daherendlich die gröfsere Leichtigkeit, womit Kinderstimmennachgemacht werden, weil die Bildung derselben bei grös-serer Verengerung der Stimmritze nur geringere und kürzereOscillationen der Luftsäule bedarf. Sehr natürlich mufs eineauf diese Weise hervorgebrachte Stimme, genau belauscht,ihren Sitz anscheinend im Bauche haben, dessen Höhlungen,nebst denen der Brust ihr eine in der Akustik nicht unbe-kannte eigenthiimliclie Resonanz geben*. Aufserdem aberist die natürliche Stimme eines jeden Menschen nach demBaue seiner Sprachorganc mit allen dazu gehörigen Theilen
1 Vergl. Aulenrieth bei Voigt J. Vif. 484.
2 S. Schall; Täuschung durch die ivisihle girl.
I. Bd. K k k