Band 
Erster Band. A und B.
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B r p c h b «r Ü e i t.

der einen rein geometrischen Gegenstand geometrisch auf-znfassen wcifs, den vollkommensten Beweis für die New-tonsclio Behauptung. Diese Lehre hatte sich dem We-sentlichen nach'von allen Seiten so bewährt, dafs dieEinwiirfe , mit denen Newton anfangs zu kämpfen hatte;so gut wie vergessen waren; die achromatischen Fern-rohre und Prismen selbst, (obgleich Newton durch dieindividuelle Art seiner Versuche verleitet, eine solcheAufhebung der Farbenzerstreuung für unmöglich hielt)wurden nach den Regeln, welche aus der ungleichenBrechbarkeit der Lichtstrahlen folgen, berechnet, unddie grofso Vervollkommnung unsere optischen Werkzeugelegt ein Zeugnifs ab für die Richtigkeit der Theorie, nachwelcher man sie anordnete. Es war daher eine uner-wartete Erscheinung, f dafs von Götiie , der die Entste-hung der Farben anders zu erklären suchte, und in geo-metrischen Untersuchungen ungeübt war, Newton zuwiderlegen suchte 1 . Da mir hier unmöglich zugemu-tlict werden kann, dafs ich seine Einwiirfe einzeln prüfe,so will ich nur an einem einzigen zeigen, wie not big esist, den Gegenstand strenge und geometrisch aufzufassen,che man entscheiden* kann, ob selbst die dem Anscheinnach gründlichsten Einwiirfe das Gewicht haben, das manbeim ersten Blicke geneigt ist, ihnen beizulegen.

Als einen der wichtigsten Einwiirfe führt v. Göthe afolgenden Versuch an, welcher, wie er glaubt, „die New-tonische Theorie von Grund aus zerstört“, und von dem mangestehen mufs, dafs er allerdings auf den ersten Blick vonGewicht zu seyn scheint. Der Versuch ist folgender: „Man„verschaffte sich ein längliches Blech, das mit den Farben in„der Ordnung des prismatischen Bildes angestrichen ist.„Dieses Blech legten wir in einen viereckten blechernen„■Kasten und stellten uns so, dafs es ganz von dem einen„Rande desselben für das Auge zugedeokt war. Wir lies—„sen alsdann Wasser hineingiefsen , unddie Reihe der sammt-„lichen Farbenbilder stieg gleichmäfsig über den Rand dem

l Zur Farbenlehre von Gfithe.a Farbenlehre, 3t»r, Tb, S, 435.