Band 
Dritter Band. E.
Seite
216
JPEG-Download
 

216

Elasicität

per zerbricht, zerreißt. Nach dieser Ansicht muTs die Lageder Theile verändert werden durch das Hämmern, Drahtziehen,Walzen, zugleich auch durch das Härten, Anlassen, Kühlenu. dergl. m. und hiernach zeigen sich auch die Erscheinungender Elasticität verschieden, obgleich es schwer ist, in den ein-zelnen Fällen den Einllufs dieser Veränderungen der Körper aufdie Elasticität genau nachzuweisen. Indefs können wir mitWahrscheinlichkeit schlieisen, dafs z. B. durch das Kühlen desGlases die Sprödigkeit vermindert, die Elasticität aber vermehrtwerde, weil die Theile beim langsamen Erkalten eine regel-mäßigere Lage annehmen, und daher weiter über einander hin -geschoben werden können, ehe die Grenze ihrer Cohäsion über-schritten wird. Eben dieses findet statt bei dem Stahl, wel-chem ein schnelles Abkühlen (Härten) eine gröfsere Sprödigkeitertheilt, die durch stärkeres Anlassen mehr und mehr vennin-\ dert wird.

Indefs dürfenwir solchen Schlüfsen hinsichtlich der Anord-nung der Elemente der Körper nicht zu grofses Vertrauen schen-ken. Wären sie auf ein nothwendiges Naturgesetz gegründet,so müßten die Erscheinungen allgemein seyn, welches keines-wegs der Fall ist. Das Härten nämlich , welches von so gro-ßem Einflüsse beim Stahl ist, zeigt eine unmerkliche oder garkeine Wirkung beim Golde, Silber, Zinn, Kupfer und andernverschiedenen Metallen, und was das merkwürdigste ist, eszeigt sich gerade das Gegentheil bei derjenigen Metallmischung,welche zu dem indischen Instrumente Güllg -goilg 1 genommenwird, und aus 78 Th. Kupfer mit 22 Th. Zinn besteht. Dah-Cet nämlich und nach ihm Biot haben gefunden, daß dasselbenach langsamen Erkalten höchst spröde und brüchig ist, wäh-rend es durch schnelles Ablöschen im Wasser hämmerbar wird 2 .Im ersten Falle ist sein Bruch glänzend weiß, wie Zinn, imletzteren kupferbraun. Indem nun auch die Bruchfläche desStahls nach der Verschiedenheit der Härtung verschieden, undüberhaupt anders ist, als beim Eisen, so führt dieses auf denSchilds, daß diese Verschiedenheit eine Folge der ungleichenAggregation und Lage der Bestandtheile sey. Dafs aber eineverschiedene Behandlung der Körper eine solche Verschieden-

1 Vergl. Gong-gong.

2 Biot a. a. 0. S. 515.