Entgegengesetzte Elektricitäteu. 247
Versuche, wenn man Siegellackstangen, Glasstäbe, AVollen-i'äden, Seidenfäden, seidene Bänder u. s. w. so über einander hin-fiihrt, dafs das eine von ihnen hierbei beständig nur an einerStelle gerieben wird, während bei dem andern die Reibung sichüber seine ganze Länge erstreckt. Die ersteTe Stelle wird näm-lich dabei um vieles wärmer, als die , mit ihr in Conilict kom-menden Stellen des andern Körpers, und sobald dieser Unter-schied eingetreten ist, geht die ihr proportionale el. Span-nungssetzung vor sich, es tritt nämlich die negative E. stetsan dieser wärmeren Stelle auf.
Es läfst sich vielleicht auf diesen Unterschied der verschie-denen Erwärmung beim Reiben auch der Einflufs zurückführen,den Glätte und Rauheit der Oberfläche auf die Art der E. hat,die beim Reiben zum Vorschein kommt. Von zwei sonst gleich-artigen Körpern nämlich, die an einander gerieben werden, er-hält unter übrigens ganz gleichen Umständen beim Reiben der-jenige mit rauher oder matter Oberfläche — E. der andere mitglatter dagegen E. Der Körper mit rauher Oberfläche (dasmatt geschliilene Glas z. R.) mufs nämlich beim Reiben wärmerwerden, womit denn auch die Rigidität relativ abnimmt. DerEinflufs, welchen bei seidenen Bändern, Tafient die Farbe aufdie Elektricität, die an ihnen hervortritt, ausübt, scheintauchvon der Glätte und Rauheit der Oberfläche abzuhängen, die al-lerdings durch die Natur des Pigments bestimmt wird, so wiedann weifse Seide, die sich gegen schwarze, (die ihre l'arbeden Galläpfeln verdankt) positiv verhält, in die Kategorie die-ser letztem tritt, wenn sie in Galläpfeldecoct getaucht wird.Damit stimmt auch die allgemeine Regel überein, die Coulomb 1aus seinen Versuchen für die Art der E., die an jedem Körpererscheint, gezogen hat, dafs diejenigen Substanzen, welche sichbeim Aneinanderreiben am meisten ausdehnen, welche alsodie relativ weniger cohärenten werden, — E., jene hingegen,welche sich dabei am wenigsten ausdehnen -f- E. erhalten.Einen Beleg hierzu giebt nach seinen Versuchen wollenes Zeug,welches halt an polirten Metallen -f- E., kalt an unpolirten Me-tallen — E., erwärmt an polirten und unpolirten Metallenstets — E. giebt.