ztz Geschichte der alten Welt.
Werke der indischen Literatur, selbst die wissenschaftlichen, in poe-tischer Form abgefaßt. Die Schriften dieser Literatur sind zumTheil sehr alt; denn die Jndicr hatten schon früh eine Buchstaben-schrift, und ihre älteste Sprache, das Sanskrit, war schon in sehrfrüher Zeit ausgebildet. Die Werke der eigentlich indischen, d. h.der bramamschcn Literatur sind theils in dieser Sprache abgefaßt,theils in dem Prakrit, dem Hindi oder dem Hindustani.Doch besteht der größere Theil der in den beiden letzteren Mund-arten und im Prakrir abgefaßten Schriften in Übersetzungen ausdem Sanskrit. Die von den Buddhaisten, so lange ihre Sccte inIndien bestand, geschriebenen Werke sind meistens untergegangen.Sie waren größtenteils in dem Pali abgefaßt.
Das älteste und heiligste Werk der den bramamschcn Glaubenbekennenden Indier sind die sogenannten Veda'ö, deren es viergibt. In ihnen zeigt sich, weil sie in sehr alter Zeit niedergeschriebenwurden, noch die einfache, von Götzendienst freie Religion der frühe-ren Periode des indischen Volks. Sie waren keineswegs das Werkeines einzigen Mannes, wurden auch nicht zu einer und derselbenZeit abgefaßt, und sind deswegen in Sprache und Geist von ein-ander verschiede». Zeder der vier Veda's besteht aus zwei Ab-theilungen, einer liturgischen und einer lehrenden: jene enthältGebete und Hymnen, diese dagegen Vorschriften und Lehren sowohlüber religiöse Angelegenheiten, als auch über andere Dinge, wiez. B. über astronomische und medicinische Gegenstände. Heut' zu ,Tage ist es nicht der Inhalt dieser Schriften, durch welchen mansich zu erbauen und zu erheben sucht, sondern man liest sie undbetet ihre Gebete her, ohne sie zu verstehen, und hält das bloßeHersagen von Stellen derselben für eine heiligende, Sünden til-gende Handlung, bei der es sogar einerlei ist, ob man die Worteeines Gebets vor- oder rückwärts hersagt, weil man nicht dem In-halt, sondern den bloßen Worten eine solche Wirkung zuschreibt.Das nächst den Veda's heiligste Werk ist dasjenige, welches, nachdem Namen eines angeblichen Herrschers der älteren Zeit, dasGesetzbuch des Menü oder Manu heißt. Es ist später alsdie Veda's entstanden, gehört aber ebenfalls zu den Werken derälteren Zeit, und enthält Vorschriften über das öffentliche undPrivat-Leben und über den Glauben. Zn ihm ist schon das Kasten-