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Erster Band.
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Orientalische Völker. Jndier.

Wesen, von welchem in den Veda's sich noch keine Spur zeich,als eine göttliche Einrichtung dargestellt. Andere heilige Schriften,deren Abfassung aber nicht mehr dem früheren Alterthum angehört,sind die Upc^veda's und Vedanga's, gleichsam Erläuterungs-schriften der Veda's, und die Purana's, d. h. eine Anzahl langerGedichte, deren Gegenstände die Schöpfung der Welt, die Thatender Götter und Halbgötter und die Sagen aus . der Geschichte derältesten indischen Zeit sind, und welche die wunderlichsten und un-sinnigsten Fabeln und Mährchen enthalten. Zu den heiligen Schrif-ten gehören auch zwei große Heldengedichte, das Mahabharatund der Namapunu oder Ramajanam, von'denen das erstereden Zwist eines Herrschergeschlechts, das letztere die Thaten dcSWischn» in einer seiner Verkörperungen zum Gegenstand hat, undwelche beide eine Menge Episoden enthalten. Auch haben die Jndierjuristische, philosophische, grammatische und andere wissenschaftlicheSchriften in der Sanskrit-Sprache, sowohl aus älterer, als ausjüngerer Zeit; denn die angeborene Neigung dieses Volkes zumbetrachtenden heben, die häufige Trennung desselben in viele kleineStaaten und die damit verbundenen vielen Hofhaltungen mußtenschon früh für die Entwickelung der Wissenschaft und Kunst beiihnen förderlich sein. Reich ist die indische Literatur, sowohl imSanskrit als in den andern Sprachen dieses Volkes, an Werkender verschiedenen Gattungen der Poesie. Von ihnen sind besondersinteressant die Fabeldichtnngen, von welchen eine Sammlung unterdem Namen Hitopadesa auch in unsere Sprache übersetzt ward, dieMährchen und Erzählungen, die zum Theil die Quelle der ara-bischen sind, und endlich die Dramen. Die Letzteren bestehen ausTragödien und Komödien, und ihre Gegenstände sind ebensowohlder Mythologie, als den Ereignissen des bürgerlichen und socialenLebens entlehnt. In ihnen haben auch einige indische Bolksmund-arten Eingang gefunden, und zwar werden die verschiedenen Sprachenin den indischen Dramen so angewandt, daß das Sanskrit die Spracheder Götter und hochstehender Menschen, die Volksdialekte aber dieder andern Menschen sind. Das beste und berühmteste dramatischeWerk der Jndier heißt der Ring der Sakontala. Man hält esfür ein Werk des Dichters Kalidasa, der bei den Jndiern fürden größten dramatischen Dichter gilt, dessen Zeitalter aber nicht