Band 
Erster Band.
Seite
38
JPEG-Download
 

gz Geschichte der alten Welt.

sicher bekannt ist; wahrscheinlich lebte er kurz vor Christi Geburt.Ein anderer in der Geschichte der indischen Literatur berühmterMann ist Vyasa, welcher einige Jahrhunderte vor Christi Geburtgelebt haben soll, und dem die Jndier die Abfafsung,vi'eler Werke,sowie die Anordnung und Eintheilung der die Veda's und Purana'öbildenden Schriften zuschreiben.

Wie die Literatur, so entwickelte sich auch die Kunst bei denJndiern aus der Religion und dem Cultus. Doch gehören dieältesten erhaltenen Werke derselben meistens nicht der bramanischenReligion, sondern dem Buddhaismus an. Dieser Neligionssecteschreibt man nämlich, auf Inschriften und Symbole gestützt, dieGrottenwerke zu, welche an einigen Stellen Indiens sich finden.Sie bestehen aus vielen Tempeln, Wohnungen und Gängen, welcheneben und über einander in Felsen gehauen sind. Die größtenderselben sind die von Ellora, welche über eine Stunde weit dasInnere eines Berges einnehmen, und mit Scnlpturen reich verziert sind.Andere berühmte Werke dieser Art sind die von Elefante, Salsetteund Mahamalaipnram. Solche ungeheuere Werke konnten nur da-durch zu Stande gebracht werden, daß eine ganze, von der Priester-schaft abhängige Volkömafse im Dienste der Gottheit arbeitend be-schäftigt ward. Durch die Menschenmenge, den Aberglauben unddie größte Geduld brachte man auf diese Weise, selbst mit unvoll-kommenen Werkzeugen, Ungeheueres hervor. Ob auch die ältestenüber der Erde befindlichen Tempelgcbäude Indiens der Buddha-Secte angehören, darüber ist man noch nicht im Klaren. Eigen-thümlich sind dagegen dem Buddhaismus zwei Gebäude-Arten, diesogenannten Stupa's und die Pagoden. Die Stupa's sind kuppel-förmige steinerne Gebäude, welche errichtet wurden, um die Reliquien derHeiligen in ihnen aufzubewahren, und von denen sich in Indien noch vieleaus den späteren Zeiten des dortigen Buddhaismus erhalten haben.Die Pagoden, welche sich in den Ländern der Buddhaisten sehrhäufig finden, sind thurmartige, über der heiligsten Stelle einesTeinpels errichtete Gebäude, die keinen andern Zweck zu haben scheinen,als die Heiligkeit einer zur Anbetung dienenden Stelle auch in dieFerne hin bemerkbar zu machen.

Die Malereien und Sculpturen, welche sich in den Tempelnund Grotten befinden, sind in Bezug auf Schönheit meistens ein