Band 
Erster Band.
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Orientalische Völker. Egppter. tzt

die von Unter-Egypten aber Heliopolis angesehen. Das untereEgypten im späteren Sinne des Wortes nannten die alten Griechenauch das Delta, weil der dort in zwei Hauptarme getheilte Nildemselben die Form eines Dreiecks gibt, dessen dritte Seite aus derMeeresküste besteht; Delta aber ist der Namen, den bei den Grie-chen der Buchstabe D führt, und dieser hat in der griechischenSchrift die Gestalt eines Dreiecks.

Die merkwürdigsten Orte des alten Egpptens waren die nach-folgend verzeichneten. In Ob er-Egypten, welches nach seinerHauptstadt auch Thebais hieß, war Philä die südlichste Stadt.Sie lag auf einer gleichnamigen Insel des Nils. In ihrer Nähebefand sich, ebenfalls auf einer Insel des Flusses, die StadtElephautinc. Nabe bei diesen Inseln ist der sogenannte Ka-tarrbakt des Nils, d.h. eine Stromschnelle oder eine Stelle imFlußbette, wo Felsen dasselbe durchsetzen, und das Wasser eine Streckeweit über die durch diese gebildeten Klippen hinabstürzt. Keinerdieser Wasserstürze ist höher als 5 bis 7 Fuß, und an der linkenUferseite ist der Fall des Wassers so beschaffen, daß die Schiffedort, wiewohl nicht ganz ohne Gefahr und nur mit gehörigerVorsicht, sowohl abwärts fahren, als auch vermittelst eines Seilsaufwärts gezogen werden können. Unterhalb des Katarrhakts, inder Nähe des heutigen Ortes Assuan, lag die Stadt Syene, vonwelcher eine dem Granit sehr ähnliche Felsart den Namen Sye-nit führt.

Von den übrigen Städten Ober-Egyptens war Theben, dieHauptstadt desselben, die größte und berühmteste. Diese Stadt lagaus beiden Seiten des Nils, und erstreckte sich vier Stunden langan demselben hin. Sie war in der älteren Zeit der egyptischenGeschichte die Hauptstadt des ganzen Landes und die Residenz derKönige, und begann zu sinken, als der Sitz der Regierung nachMemphis verlegt wurde. Wie von den vorhergUiannten Orten, sosind auch von Theben noch bis zum heutigen Tage Überreste vor-handen. Zu diesen gehören die großen auf der rechten Seite desNils liegenden Tempel von Luror und Karnak, welche diese Na-men von den zwei jetzt auf ihnen stehenden Dörfern erhalten haben.Der Tempel von Luror hat eine Länge von 500 Fuß. Der übereine halbe Stunde lange Raum zwischen ihm und dem Tempel von