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Erster Band.
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Orientalische Völker. Egypter. 7z

seiner Herrschaft, und ließ ihn erwürgen. Obgleich der Geschicht-schreiber Herodot, der in des Polykrates Schicksal mit Recht einauffallendes Beispiel der Unbeständigkeit des Glückes erkannte, denAmasis aus einem rein menschlichen Grunde sein Bündnis; mitMein Manne lösen läßt, so bewog den egyptischcn König dochgewiß irgend eine andere, in den politischen Verhältnissen liegendeund uns unbekannte Rücksicht dazu.

Egyptcn befand sich, nach allen Berichten, unter des AmasiSRegierung in einer glücklichen Lage; sein Wohlstand nahm sehrzu, und Amasis wurde durch denselben in den Stand gesetzt, einigeStädte des Landes, besonders Memphis und Saks, mit neuengroßartigen Bauwerken zu schmücken und mehrere Tempel durchneue Statuen zu verherrliche». Allein auch Egyptcn sollte denWankclmuth des Glückes und den raschen Wechsel menschlicherDinge erfahren; denn noch unter Amasis brach der Sturm los,welcher dieses Land seiner Unabhängigkeit beraubte. In Asien warwährend der Regierung des Amasis das große persische Reich durchCyruö gegründet worden, und der zweite Beherrscher desselben,Kambyses, hatte kaum den Thron bestiegen, als er auch Egyptcnseinem Scepter zu unterwerfen beschloß. Amasis selbst entgingdurch den Tod der drohenden Gefahr; aber noch ehe er starb,hatte Kambyses bereits die Rüstungen zum egyptischcn Kriege be-endigt, und sechs Monate nach des Amasis Tode war Egyptcneine persische Provinz. Die Phönicier, wahrscheinlich auf denblühenden Handel der von Amasis begünstigten Griechen eifersüchtig,Polykrates von Samos und die Bewohner von Cypern, welche Amasisfrüher unterworfen hatte, schlössen sich bereitwilligst an seine Feindean und unterstützten die Perser mit ihrer Flotte. Ein General dergriechischen Soldtruppen, welchen Amasis beleidigt hatte, entflohzu Kambyses, und war vermittelst seiner Kenntniß der egyptischcnVerhältnisse den Persern bei der Entwerfung des Feldzug-Plancsbehülflich.

Psammenit, Amasis'Sohn, bestieg den Thron gewissermaßennur, um ihn an die Perser zu verlieren; denn kaum sechs Monatenach seines Vaters Tode war er ein Gefangener des persischenKönigs (525 v. Chr.). Die Perser zogen zu Lande gegen Egyp-ten, und Psammenit hatte deshalb an der östlichen Grenze bei der