Band 
Erster Band.
Seite
76
JPEG-Download
 

76 Geschichte der alten Welt.

Stadt Pelusium ein Lager aufgeschlagen. Hier kam es, sobald diePerser erschienen waren, unter der Anführung der beiderseitigenKönige zu einer blutigen Schlacht, in welcher die Egppter nacheinem langen und hartnäckigen Kampfe geschlagen wurden. Nochsiebenzig Jahre nachher sah der griechische Geschichtschreiber Herodotdas Schlachtfeld mit den Gebeinen der in jener Schlacht Gefallenenbedeckt. Unter diesen glaubte er die Schädel der Perser durch ihreGebrechlichkeit von den steinharten Köpfen der Egppter unterschei-den zu können; und man erklärte ihm dies daher, daß die Perserstets eine Kopfbedeckung trugen, in Egypten aber die untere Volks-klasse von früher 'Jugend an das Haupthaar schöre, und den Kopfder Luft und den Sonnenstrahlen ausfetzete. Das geschlagene egppt-ische Heer zog sich nach Memphis zurück, diese Stadt wurde aberbald von Kambpses erobert, und der cgyptische König gerietst mitseinem Heere in persische Gefangenschaft. Die Egppter hatten vorder Einnahme der Stadt einen an sie abgeschickten persischen Unter-händler sammt der Bemannung des Schiffes, in welchem er ange-kommen war, ermordet,, und es ist wohl möglich, daß, wie berichtetwird, zur Strafe dafür, in Folge eines Spruchs der persischenHeeresrichter, eine große Zahl junger Egppter in Memphis hinge-richtet wurde. Der König Psammenit ward von Kambpses aufdie schonende Weise behandelt, mit welcher die Perser der älterenZeit stets besiegte Fürsten zu behandeln pflegten; 'er erhielt eineHerrschaft in der Nähe der persischen Stadt Susa, und durfte sichsechstausend Egppter auswählen, um sie zu seiner Gesellschaft dahinmitzunehmen. Nach einem anderen Berichte, der aber viel unwahr-scheinlicher ist, hätte Psammenit ein hartes Loos zu erdulden ge-habt. Es heißt nämlich, auch sein einziger Sohn sei mit jenenjungen Egyptern hingerichtet worden; Psammenit habe ihn gefesseltan seinem Hause vorüberführen sehen, aber keine Thräne vergossen.Ebenso seien seine Augen ohne Thränen geblieben, als seine Toch-ter in Sklavcntracht jammernd vor seinem Fenster vorübergegangenwäre, um Wasser zu tragen. Als er aber einen ihm befreundetengreisen Egppter, aller seiner Habe beraubt, habe Almosen bettelnsehen, da sei er in einen Strom von Thränen ausgebrochen, undhabe laut jammernd das Schicksal seines Freundes beweint. Kam-bpses, davon benachrichtigt, heißt es weiter, habe den Psammenit