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Orientalische Völker. Egyptcr.
um den Grund dieses sonderbaren Verhaltens befragen lassen, undvon ihm die Antwort erhalten, daß er nur über daS Unglück einesFrenndcs habe weinen können, daß aber sein Schmer; über dasSchicksal seiner Kinder für Thränen zu groß gewesen sei. Da habeKambpses Mitleid empfunden und seitdem den Psam meint nichtallein freundlich behandelt, sondern sogar zu seinem Statthalter inEgpptcn gemacht; Psammenit aber habe alsbald eine Verschwörungangezettelt, und deshalb den Tod erleiden müssen.
Auch viele andere barbarische Handlungen wurden später vonden Egpptern dem persischen König Schuld gegeben. Namentlichsoll er eine Menge Tempel und Gräber beraubt und zerstört, unddie religiösen Vorstellungen und Gebräuche der Egppter verhöhnthaben. Allein diese Erzählungen sind offenbar theils erdichtet,theils übertrieben, und rühren wohl meistentheils von dein großen,auch noch lange nach Kambyses' Tod fortlebenden Haffe der Egpp-ter gegen ihn her. Unter Andern soll Kambpses in Saks dasGrab des Amasis haben öffnen und seine Leiche herauswerfenlassen. In ebenso barbarischer Weise soll er, als einst, bei seinerRückkehr von einem unglücklichen Zuge in die Wüste, das Volk inMcmphis gerade ein Freudenfest über die Geburt eines heiligenStiers feierte, den Stier spottend erstochen, die Bürger mishandeltund über die Priester die Strafe der Geißelung verhängt haben.Kambpses wollte auch die Oase Siwah oder Ammonium unter-werfen, und schickte deshalb einen Theil seines Heeres dahin ab;dieser verirrte sich aber in der Wüste, und kam bis auf den letztenMann um, ohne daß man erfuhr wie. Kambyses selbst zog mitden meisten übrigen Truppen nach Äthiopien, um einen dortigenNcgerstaat sich zu unterwerfen, es ging ihm aber nicht viel besser;denn das Heer hatte den mitgenommenen Proviant schon nach we-nigen Tagen aufgezehrt, man lebte hierauf von dem Fleisch derZugthiere und von Gräsern und Wurzeln, und schon fing ein Theildes Heeres an, einzelne Soldaten auszuloosen, um sie zuschlachten, als Kambpses seinen Plan aufgab und nach Egpptenzurückeilte.
Egppten blieb eine persische Provinz, bis zwei Jahrhun-derte später Aleraiidcr der Große den Osten der Welt umge-staltete, und nun auch dieses Land unter einer Dynastie griechischer