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Geschichte der alten Welt.
schon aus dem einfachen Grunde, weil man jenen Zweck viel leich-ter dadurch erreicht haben würde, daß man die Todten in der nahenWüste begraben hätte, wo sie schnell vertrocknet wären. Auch be-darf es soweit hergeholter Gründe nicht, um den egpptischen Ge-brauch der Eiubalsamirung der Todten zu erklären. Kein Volk derErde hat mehr für seine Todten gethan, als das egyptische, keineswar mit mehr Sorgfalt auf die Erhaltung derselben bedacht, keineshat die entgegengesetzten Begriffe Tod' und Leben in jeder Bezieh-ung inniger mit einander verbunden. Es kann daher auch kein bloßeräußerer Grund gewesen sein, der den Gebrauch der Eiubalsamirungveranlaßte, sondern die Entstehung desselben muß, obgleich wirihren eigentlichen Grund nicht mit Gewißheit kennen, mit dem in-nersten Wesen des egpptischen Volks, mit seiner eigenthümlichenAnsicht vom Leben und mit seinen religiösen Vorstellungen zusam-menhängen. Vermuthlich war der Glauben, daß die Seele einstwieder in ihren Leib zurückkehre, der hauptsächliche, wiewohl nichtder einzige Grund dieses Gebrauchs.
Die Art der Einbalsamirung war je nach dem Vermögeneiner Familie verschieden. Die Leichen der Ärmsten wurden bloseinige Wochen hindurch in eine Flüssigkeit, welche die Fäulniß ab-wandte, gelegt, und dann mit einem groben Tuch oder einer Matteumhüllt; die der Reichen dagegen wurden nicht allein durch dieAnwendung der kostbarsten chemischen Stoffe gegen die Verwesunggeschützt, sondern auch in viele und zum Theil sehr feine leineneTücher eingehüllt, und in schön verzierten Särgen von Stein oderHolz aufbewahrt. Die Mumien der Ärmeren wurden in gemeinschaftli-chen öffentlichen Gräbern beigesetzt, die der Reicheren aber in besonderenGrabmälern, welche oft aus mehreren Gemächern bestanden, undauf das prachtvollste mit Malereien und Bildhauerarbeit verziertwaren; denn die Behausung der Todten ist, nach der Ansicht deralten Egppter, die eigentliche und ewige Wohnung der Menschen,das von ihm während des Lebens bewohnte Hans aber blos eineHerberge. Noch jetzt findet sich in den Gräbern Egyptens einezahllose Menge von Mumien; die reichsten und schönsten derselbensind längst geöffnet und ihrer Kostbarkeiten beraubt, und der übrigenbedienen sich in Ober-Egppten die Araber schon seit langer Zeitals eines wohlfeilen Brennmaterials statt des in diesem Lande