N2 Geschichte der alten Welt.
in Theben liegende Statue, die aus einer Entfernung von mehrals fünfzig Stunden dahin transponirt worden ist, eine Schwere von17740 Centnern hat, und daß das Gewicht eines anderen aus einemeinzigen Stein bestehenden Werkes, welches in einem Tempel vonUnter-Egypten aufgestellt war, auf mehr als 100,000 Centner be-rechnet wird; allein diese ungeheuren Blöcke vermochten die Egypternicht anders als durch Menschenmenge und eine äußerst einfacheMaschinerie fortzubewegen, und sie brauchten dazu sehr viele Zeit.
In den Gewerben waren die Egppter weit gekommen, unddie in ihren Denkmälern gefundenen Geräthschaften und Stoffezeigen eine frühe und weit vorgeschrittene Entwickelung des äußerenLebens, welche Staunen erweckt; aber wir sehen auch zugleich, daßdie Egypter in ihren Gewerben ebenso, wie in allen andern Dingen,schon früh auf einem gewissen Punkt der Vollkommenheit stehengeblieben sind, und nicht weiter vorangingen. Was sie von da anarbeiteten, war nur eine Wiederholung des Früheren oder einRückschritt von demselben. Ferner sehen wir dabei eine Verthcilungder Arbeiten bis ins Kleinste, so daß, wie jetzt in unseren Fabrik-gegenden eine Klasse von Arbeitern immer nur einen bestimmtenTheil der Waare verfertigt, ebenso auch in Egypten jede Abtheilungder Kasten Generationen hindurch immer eine und dieselbe Arbeitoder auch wohl nur einen bestimmten Theil derselben trieb. Da-durch erlangte das Volk zwar eine große Fertigkeit, aber dasselbewar auch zu einer bloßen Maschine herabgewürdigt. Die Erzeug-nisse der egyptischcn Gewerbsthätigkeit waren sehr mannichfaltig.Man hatte, wie die in Egypten gefundenen Gegenstände zeigen,sehr vielfache Hausgeräthe, Waffen und Kleidungsstoffe. Man ver-fertigte Gewebe, welche zum Theil sehr fein, stark und prächtigwaren, und zwar aus Flachs, Wolle, Baumwolle und einer Misch-ung der beiden letzteren Stoffe; und die Schriften des Alterthumsrühmen namentlich ein Zeug, welches man Byssuö nannte, undvon dem es nicht recht klar ist, ob es aus Baumwolle oder ausFlachs bereitet war. Die Egypter waren ferner im Besitz einervollständigen Vergoldungsart. Außerdem finden sich schon in denältesten Gräbern ihres Landes Abbildungen der Glas-Bereitung,sowie gläserne Gefäße und Zierrathe; auch wußte man auf einesehr geschickte Weise gefärbtes Glas und unechte Edelsteine zu