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Erster Band.
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Orientalische Völker. Egppter. gz

machen. Ebenso verstanden-die Egppter die Verfertigung von Glas-Porcellan und Email. Das Leder gerbten sie auf dieselbe Art wiewir; sie wußten es in Formen zu pressen, verzierten ihre Leder-arbeiten mit hervorstehenden Figuren, und machten auch eine ArtCorduan. Für dieses Leder und andere Arbeiten hatten sie eineneigenen Firniß erfunden. Ihre Farben dagegen, von welchen sieGrün, Noth, Blau und Gelb am meisten anwandten, wußten sienur in unvollkommener Weise zu bereiten und zu mischen.

Die Kunst der Egppter zeigt, wie ihre ganze Cultur über-haupt, denselben Charakter des Stillstands und der mangelndenEntwickelung. Sie war, wie fast Alles, mit der Religion in dieengste Verbindung gebracht, und deshalb an die Gesetze, welche diePriester gegeben hatten, gebunden; auch bezog sie sich meist blosauf den Neligions-Cultus und dessen Pracht, und diente nur inviel geringerem Grade den übrigen Lebensverhältnissen. DieEgyp-ter blieben in ihrer Kunst stets bei den unvollkommenen Musternihrer Vorfahren stehen; es soll sogar den Künstlern verboten gewesensein, die Figuren und Formen religiöser Gegenstände anders zuzeichnen, als es von alten Zeiten her gebräuchlich und vorgeschriebenwar. Darum sind denn auch die cgpptischen Kunstwerke zu allenZeiten einander so sehr gleich geblieben, daß schon Plato sagt, die Ge-mälde und Statuen, welche die Egppter vor Jahrtausenden gemachthätten, seien in keiner Beziehung besser oder schlechter als die derGegenwart. Werke, deren Verfertigung weit von einander entlege-nen Jahrhunderten angehört, sehen oft so aus, als wenn sie voneinem und demselben Menschen gemacht wären. Auch später, alsdie Egppter einer griechischen Herrscherfamilie unterworfen waren,und mit den Werken der griechischen Kunst bekannt wurden, bliebensie dessen ungeachtet ihrem alten Kunststpl unausgesetzt treu, undarbeiteten in denselben Formen fort, welche von jeher bei ihnengebräuchlich gewesen waren. Nur die einzige Verschiedenheit zeigtsich in ihren Kunstwerken, daß dieselben, je älter sie sind, sich um somehr im Plau und Entwurf, wie in der Ausführung auszeichnen.

Die Darstellungen lebender Wesen, sowohl in der Bild-hauerkunst als in der Malerei, sind weit entfernt von jenerunübertrefflichen Schönheit griechischer Kunstwerke, und verrathendie den Egpptern eigenthümliche Unfähigkeit, das Ideal der Schön-