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Geschichte der alten Welt.
Nach dem Tode der beiden feindlichen Briider ward ihr OheimKreon, als Vormund des von Eteokles hinterlassenen Sohnes, Be-herrscher von Theben. Dieser bestattete den Vater seines Mündelsauf feierliche Weise, ließ aber die Leichen des Polpnikeü und deranderen feindlichen Führer den wilden Thieren zum Raube aufdem Schlachtfeld liegen, und verbot bei Lebensstrafe, irgend einederselben zu beerdigen. Antigone ließ sich durch dieses Verbot nichtabhalten, die Pflicht der Liebe gegen ihren unglücklichen Bruderzu erfüllen, und bestattete seine Leiche. Zur Strafe dafür wurdesie auf Kreon's Befehl lebendig begraben, obgleich sie die Brautseines Sohnes Hämon war; dieser aber brachte sich aus Ver-zweiflung auf ihrem Grabe ums Leben. Als Laodamas, desEteokles Sohn, stelbstständiger Herrscher geworden war, rächten dieSöhne der Sieben den Tod ihrer Vater durch einen neuen Kriegs-zug gegen Theben. Dieser Krieg, welcher zehn Jahre dauerte,heißt der Krieg der Epigonen, d. i. der Krieg der Söhne.Er endigte im Jahre 1210 v. Chr. damit, daß Laodamas miteinem Theile seiner Unterthanen aus Böotien nach Thessalien ent-fliehen mußte, und Thersander, des Polynikes Sohn, die Herr-schaft von Theben erhielt. Auch auf seinen Nachkommen lastetedas Unglück des Hauses Oedipus. —
Aetolien, dessen Ureinwohner, gleich denen der übrigenTheile von Mittelgriechenland, sich mit neu angekommenen griechischenSchaaren vermischt hatten, blieb durch die ganze Geschichte hindurchvon allen griechischen Ländern am meisten in der Cultur zurück, unddie Aetoler waren nebst den benachbarten Akarnanen stets durchRohheit ausgezeichnet. Eine Ausnahme machten die BewohnerAetoliens in dem heroischen Zeitalter; denn sie erscheinen damalsals ein den übrigen Griechen vollkommen gleichstehendes Volk.Das Wichtigste, was die Sage von ihnen aus jener Zeit berichtet,ist die Geschichte des Königs Oeneus und seiner Söhne Me-leager und Tpdeus. Oeneus herrschte in der Stadt Kalpdon,und lebte unmittelbar vor dem trojanischen Krieg. Unter ihm ver-wüstete ein furchtbares wildes Schwein, gewöhnlich der kalydo ir-ische Eber genannt, das Land. Um dasselbe zu tödtcn, veran-staltete Meleager eine große Jagd, zu welcher die Helden allergriechischen Länder eingeladen wurden. Als das Thier erlegt war,