Griechen. Allgemeine Verhältnisse. ZtzZ
nächsten Zeiträumen der griechischen Geschichte auf zehntausend so-genannte Talente oder 26 Millionen Gulden (14 Millionen Thaler)schätzte. —
Die oben erwähnten Nationalspiele der Griechen warenreligiöse Feste, die mit Wettkämpfen verbunden waren. Es gabviele solcher heiteren Festversammlungen, aber die Theilnahine andenselben beschränkte sich bei den meisten auf die Bewohner dernächsten Umgegend. Nur vier von ihnen, nämlich die olympischen,Pythischen, ncmeischen und isthmischen Spiele, erhoben sich nach undnach zu Festen des gesummten Griechenlands, und wurden alsoeigentliche Nationalfeste des griechischen Volks. Von ihnen warenwieder die olympischen Spiele die besuchtesten, und hatten weitmehr als die übrigen den Charakter der Allgemeinheit.
Die olympischen Spiele wurden zu Olympia im LandeElis gehalten. Man feierte sie schon im heroischen Zeitalter, unddie Sage gibt ihnen den Haupthelden der griechischen Vorzeit,Herkules, zum Urheber; allein ein über die nächste Umgegend sicherstreckendes Ansehen erhielten sie erst später, und zwar durchJphitus, einen Nachkommen des in Elis cingewanderten Aeto-lers Orylus. Dieser elische König, welcher zur Zeit des spartan-ischen Gesetzgebers Lykurg lebte, soll die olympischen Spiele neueingerichtet und ihnen mit Hülfe des Letzteren eine allgemeinere Be-deutung verschafft haben. Sie wurden von jener Zeit an zuerstein Nationalfest des Peloponnes und nachher auch des gesammtenübrigen Griechenlands. Hundert Jahre nach Jphitus, 776 v. Chr.,als der Elier Koröbus in diesen Spielen als Hauptsieger denPreis davon trug, fing man an, die Namen der Sieger in ein zuOlympia öffentlich aufgestelltes Verzeichniß einzutragen. Dies ge-schah seitdem ohne Unterbrechung, und da überdies die Spiele un-ausgesetzt und regelmäßig gehalten wurden, so beginnt mit jenemJahre die sichere Zeitrechnung der griechischen Geschichte. Diespäteren griechischen Geschichtschreiber bedienten sich des Verzeich-nisses der Sieger, um nach demselben die Zeit der einzelnen Er-eignisse mit Bestimmtheit anzugeben. Man theilte nämlich, dadie Spiele stets nach Verlauf von je vier Jahren gefeiert wurden,die Zeit in vierjährige Abschnitte, Olympiaden genannt, beganndie erste dieser Olympiaden mit dem Jahr 776 v. Chr., und be-