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Griechen. Allgemeine Verhältnisse.
beiwohnen durfte, dauerte fünf Tage, und wurde hauptsächlich durchOpfer, durch Lobgesänge auf die Götter und durch Wcttkämpfe ge-feiert. Die Letzteren waren von verschiedener Art; sie bestandennämlich aus dem Wettlauf, dem Ringen, dem Faustkampf, demWerfen mit dem Diskus (einer schweren Scheibe, welche möglichsthoch und weit geworfen wurde), dem Springen, den Wettfahrtenund dem Pferderennen. Der Preis war bei jedem dieser Wett-kämpfe derselbe; aber wer in dem Wettlauf gesiegt hatte, galt fürden Hanptsieger, und nach seinem Rainen wurde die Olympiadebenannt. Männer aus Elis waren allein die Kampfrichter; sieführten als solche den Rainen Hcllanodiken d. i. Hellenen-Richter.Nur geborene Griechen wurden als Mitkämpfer zugelassen, und jederBewerber mußte deshalb vor dem Beginn der Spiele seine hellen-ische Abkunft beweisen; Ausländern ward nur als Zuschauern derZutritt gewährt. In den Stunden, in welchen keine Wettkämpfegehalten wurden, beschäftigte die versammelte Menge sich auch mitden Werken griechischer Künstler, Dichter und Schriftsteller. Vielevon diesen reisten nämlich zu dem Feste, um gleichsam vor demAusschuß des gesammten griechischen Volks ihre Bildwerke auszu-stellen oder ihre schriftlichen Werke vorzutragen. Preise wurdenunter diesen nicht ausgetheilt; ihre Ehre bestand nur in der Aner-kennung, welche sie bei den aus allen Gegenden herbeigeströmtenLandsleuten sich erwarben.
Der letzte Tag des Festes war zur Verherrlichung der Siegerbestimmt. In dem heiligen Hain von Olympia zogen diese vorder versammelten Menge feierlich einher. Nachdem ein prachtvollesOpfer gehalten worden war, wurden, unter dem Jubel der Ver-sammlung, die Namen der Sieger ausgerufen, und jeder von ihnenmit einem einfachen Kranz von Ölzweigen geschmückt. Dieser Kranz,den der Sieger später bei jeder besonders festlichen Gelegenheit aufdem Haupte zu tragen pflegte, galt in den Augen der Griechen fürdie höchste Ehre, welche ein Mensch erlangen konnte. Auf dieseEhre war daher nicht blos der Sieger selbst stolz, sondern auch dieStadt, deren Bürger er war. Bei seiner Heimkehr wurde er des-halb auch auf das Feierlichste in seine Vaterstadt geleitet, und durchneue Ehrenbezeugungen verherrlicht; namentlich ließ man in derRegel eine Statue desselben in Marmor verfertigen und zu Olympia