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Erster Band.
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Griechen. Allgemeine Verhältnisse. 269

jeder Olympiade. Die Leiter und Kampfrichter derselben warendie Gesanoten des Amphiktyonen-Bundes, und der Preis bestandin einem Kranz, welcher aus einem Zweige der dem Apollo ge-heiligten Lorbeerpflanze geflochten war. Die nemeischen Spielewurden bei der argolischen Stadt Nemea zu Ehren Zupiter's ge-halten. Sie fanden alle zwei Jahre Statt, und der Preis war indenselben ein Epheukranz. Die isth mischen Spiele endlich wur-den anfangs alle drei, später alle fünf Jahre, auf dem Isthmusoder der Landenge von Korinth gefeiert. Sie waren zu Ehrendes Gottes Neptun eingesetzt, und ihr Preis bestand in einemFichtenkranz. —

Was die politische Geschichte der griechischen Völkerschaften indein Zeitraum von der Herakliden-Wanderung bis zu den Perser-Kriegen angeht, so dreht sich dieselbe vorzugsweise um die Resolutionenund Volksbewegungen, durch welche alle griechischen Staaten zu derrepublikanischen Form übergingen, und diese in verschiedener Weiseausbildeten. Das Königthum wurde fast überall abgeschafft; inden wenigen Staaten aber, in welchen man es beibehielt, wardes so sehr beschränkt, daß fast blos der Namen desselben übrigblieb. Schon im achten Jahrhundert vor Chr. gab es nur nochsehr wenige griechischen Könige, und etwa gegen das Ende dessiebenten Jahrhunderts waren sie aus allen Staaten des eigent-lichen Griechenlands, mit Ausnahme von Sparta und Epirus,verschwunden.

An die Stelle der monarchischen Regierungsform traten repu-blikanische Verfassungen, welche auf Freiheit, Thätigkeit und einglückliches, zufriedenes Leben berechnet waren, und von denen diemeisten häufige Umänderungen erlitten. Die Mannichfaltigkeit die-ser Verfassungen und des politischen Lebens überhaupt war bei denGriechen größer, als wir sie bei irgend einem andern Volke finden.Die Zahl der griechischen Staaten war fast doppelt so groß, alsdie des gesammten heutigen Europa's, und doch waren diese vielenkleinen Staaten ihren Verfassungen nach unter einander sehr ver-schieden. Außer der Mannichfaltigkeit der Staatseinrichtungen zeich-net sich das politische Leben der Griechen vorzugsweise noch durchdas ihm zu Grunde liegende Princip und durch die größere Aus-dehnung des Begriffes Staat aus. Alle griechischen Staaten, selbst