Band 
Erster Band.
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Geschichte der alten Welt.

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die aristokratischen, hatten eine demokratische Grundlage; in allennämlich nahm die Volksversammlung an der Gesetzgebung und ander Leitung des Staats Theil, und es gab in der Regel keinenfreien Bürger, welcher blos beherrscht wurde und nicht auch bis zueinem gewissen Grade mithcrrschtc. Außerdem wurden, bis gegendas Ende der griechischen Geschichte, diese Rechte der Bürger nir-gends durch Volksvertreter oder Deputirte ausgeübt, sondern überallbestand die Volksversammlung aus der Gesammtheit aller freienBürger. Es herrschte ferner fast durchgängig der Grundsatz, daßdie Beamten nur auf je ein Jahr ernannt wurde», und der Volks-versammlung verantwortlich waren. Nirgends endlich gab es einenbesonderen Nichterstand, sondern mit alleiniger Ausnahme vonSparta bildete die Volksversammlung entweder selbst die richter-liche Behörde, oder sie ernannte die Mitglieder derselben aus derGesammtheit der Bürger. Der Begriff Staat umfaßte so zu sagenalle Verhältnisse des Lebens. Der Staat war nämlich bei denGriechen keine bloße Form des bürgerlichen Lebens, sondern dasLeben selbst oder wenigstens dessen Mittelpunkt; jede Privatange-legenheit konnte in griechischen Staaten zu einer öffentlichen gemachtwerden, und kein Grieche konnte seinem Staate gegenüber sichleidend verhalten oder ein Privatleben in unserem Sinne des Wortsführen. Auch griff der Staat so sehr in alle Beziehungen desLebens ein, daß z. B. ebensowohl die Religion, wie die Sitten undalle öffentlichen Vergnügungen nicht etwa blos unter der Aufsichtder Behörden standen, sondern vielmehr geradezu Staatssache undein Theil des Staatszweckcs waren.

In den griechischen Verfassungen traten beim Beginn derhelleren Zeit ihrer Geschichte zwei Hauptunterschiede hervor, durchwelche die beiden wichtigsten Stämme des griechischen Volks einenGegensatz gegen einander bildeten. Dieser Gegensatz bestand darin,daß in den ionischen Staaten das demokratische Element, in dendorischen dagegen das aristokratische vorherrschend war. Die Ersterenentsagten nämlich schon früh den Sitten und Einrichtungen desheroischen Zeitalters, und führten eine immer größere Gleichheitder Bürger und ihres Antheils an der Regierung bei sich ein; diedorischen Staaten dagegen blieben der altgriechischen Vorstellung,nach welcher die Hauptleitung des Staats einer kleinen Zahl an-