Band 
Erster Band.
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290 Geschichte der alten Welt.

ein, und stellte hundert ganz kleine Dreifüße von Thon in jenemTempel auf.

Nun bemächtigte sich die Verzweiflung der Messenier, zumalda zugleich auch andere Zeichen Unglück verkündeten und sich be-ständig wiederholten. Aristodemus verlor, von schrecklichen Träumenverfolgt, den Muth, und tödtete sich auf dem Grabe seiner ver-gebens geopferten Tochter. Die Messenier wurden jetzt auch vonihren Bundesgenossen verlassen, litten in ihrer umzingelten Berg-feste Mangel, und mußten endlich, nachdem sie noch fünf Monateheldenmüthig gestritten und geduldet hatten, den Kampf aufgeben.Ein Theil von ihnen floh nach Arkadien, Argos und Sikpon, dieübrigen unterwarfen sich den Spartanern, welche vor allen DingenJthome zerstörten. Die im Lande zurückgebliebenen Messenier wur-den hart behandelt: sie verloren ihre politische Freiheit, und be-hielten zwar ihr Hab und Gut, mußten aber aus einem Landstrichan der Küste, den die Spartaner unter eine Zahl von Periökenihres Landes vertheilten, ganz und gar weichen, die drückendeAbgabe des halben Ertrags von ihren Feldern jährlich an Spartaabliefern, und außerdem bei jedem Leichenbegängnisse eines spartan-ischen Königs Trauer anlegen.

Diese Demüthigung und Härte mußte die Messenier zur Ver-zweiflung bringen, und über kurz oder lang eine Empörung der-selben und einen neuen Krieg hervorrufen, zumal da auch dieübrigen Staaten des Peloponnes die bedeutende Vergrößerung derspartanischen Macht nicht ohne Besorgniß mit ansehen konnte».Wirklich brach, neununddreißig Jahre nach dem Ende des ersten,der zweite messenische Krieg aus, welcher von 085 bis 670v. Cbr. dauerte, und von den Spartanern mit viel mehr Wuth ge-führt ward als der erste, weil es ein Krieg mit empörten Unter-thanen war. Der Hauptheld desselben war der Messenier Aristo-men es, ein junger Mann aus königlichem Geschlechte, der dieEmpörung zum Auöbruch brachte, und dann als Anführer denKrieg leitete, nachdem er die von seinen Landsleuten ihm ange-botene Königswürde abgelehnt hatte. Auch die Begebenheiten die-ses Kriegs sind nur in Sagen und Liedern der Nachwelt überliefertworden, und die Berichte über dieselben sind deshalb ebenso fabel-haft wie die des ersten. Namentlich wurden die Thaten und Aben-