292 Geschichte der alten Welt.
zu einander gerathen waren. Nach einer andern Überlieferungwar Tprtäus ein Dorer aus dem Lande Doris. Vielleicht ver-hält es sich mit diesem Manne, von welchem sich noch einige treff-liche Kriegsliedcr erhalten haben, ganz einfach so, daß die Spar-taner der Aufforderung deS delphischen Gottes gemäß den Ober-befehl einem Fremden anvertrauten, der sowohl wegen dieses Ora-kclspruches, als auch wegen des unter ihnen selbst bestehenden Zwistesund Mistrauens größeres Ansehen erhielt, als die seitherigen spar-tanischen Anführer besaßen, und welcher dadurch, sowie durch dieWiederbelebung der moralischen Kraft der Spartaner dem Kriegeine andere Wendung gab. Ein großer Dichter und Kriegsheldwar Tprtäus unstreitig; man sang noch in späterer Zeit zu Spartaseine Lieder zur Anfeuerung des Muthes, verehrte dieselben alsÜberlieferung von alten spartanischen Thaten, und bediente sich ihrerzur Erziehung und Bildung der Jugend; sein kriegerischer Ruhmdagegen ist durch die Lieder, welche des Aristomencs glänzendeThaten ins Wunderbare erhoben, verdunkelt worden, vielleicht so-gar zum Theil durch die Spartaner selbst, besonders wenn er, wiedie eine Überlieferung ausspricht, nicht ein Dorer, sondern einAthener war.
Ungeachtet durch die Erscheinung des Tprtäus der gesunkeneMuth der Spartaner wieder aufgerichtet ward, so blieb doch dasGlück noch eine Zeit lang den Messeniern hold. Aristomenes er-focht sogar in einer Hauptschlacht einen so glänzenden Sieg, daßdie Spartaner die Fortsetzung des Krieges ganz aufgeben wollten,und nur durch Tprtäus von diesem Vorhaben abgebracht wurden.Aristomenes rückt nun in das spartanische Gebiet ein, und wagtsogar bis in die Nähe von Sparta selbst vorzudringen. Er wirdeinst, als er spartanische Frauen bei einem Tempelfeste überfiel,von diesen gefangen, entwindet sich ihnen aber wieder, und bestehthierauf noch viele andere Abenteuer von ähnlicher Art. Endlichkommt es von neuem zu einer Hauptschlacht; diese geht durch dieVerrätherei des von den Spartanern bestochenen Königs derArkadier Aristokrates verloren, und die Messenier erleideneine blutige Niederlage. Die Spartaner werden in Folge da-von Herren des platten Landes, und ihre Gegner ziehen sich,wie einst nach Jthome, so jetzt nach der Bergfeste Jra zu-