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Erster Band.
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Griechen. Athen vor den Perser-Kriegen. gftl

gehen, wie Obstdiebstahl u. dgl., der Tod gesetzt war, und daß manspäter zu sagen pflegte, Drako's Gesetze seien nicht mit Tinte, son-dern mit Blut geschrieben. Die Eupatriden hatten, als sie demVerlangen nach einer schriftlichen Abfassung des in Athen geltendenRechts nachgaben, offenbar die Absicht, den aufstrebenden Geist derBürgerschaft durch sehr harte Gesetze zu zügeln. Drako's Gesetzewaren daher bald sehr verhaßt, der Druck des Volkes blieb ebensohart, als er vorher gewesen war, und die Zwietracht zwischen Adelund Bürgerschaft dauerte fort.

Kurze Zeit nach der Drakonischen Gesetzgebung (entweder um598 oder, waS wahrscheinlicher ist, um 610 v. Chr.) entstand einheftiger Zwist unter den Eupatriden selbst. Diese waren in zweiParteien zerfallen, welche mit einander um den Vorrang stritten,und das Haupt der einen, Kplon, beschloß die Verwirrung zu be-nutzen, um sich zum Alleinherrscher auszuwerfen. Kplon war derSchwiegersohn eines Tyrannen der benachbarten Hauptstadt vonMegaris, der ihn auch mit Bewaffneten unterstützte, und hatte sichin Delphi einen Orakelspruch verschafft, mit welchem er sich recht-fertigen zu können glaubte. Er konnte um so eher einen solchenPlan entwerfen, als damals gerade die günstigste Zeit für Tyran-nen in den griechischen Ländern war, da man noch nicht wie späterallgemeinen Haß gegen die Herrschaft eines Einzelnen nährte, undda überdies auch den Tyrannen es meistens gerade in Folge desaristokratischen Drucks gelang, sich emporzuschwingen. Kplon be-mächtigte sich durch plötzlichen Überfall der Akropolis oder Burgvon Athen. Allein er hatte seine Kräfte und die seiner Gegnernicht richtig berechnet; der Adel mit den Archonten bot seine Va-sallen auf dem Lande aus, und die Aufrührer waren bald in derBurg eingeschlossen und dem Hungcrtodc preisgegeben. Kplon undsein Bruder schlichen sich zwar durch die Wachposten ihrer Feindehindurch, und entkamen glücklich nach der Stadt Megara; die an-dern aber vermochten nicht zu entrinnen. Sie retteten sich, nach-dem bereits mehrere von ihnen Hungers gestorben waren, zu denAltären der Götter, welche in Griechenland stets für unantastbareZufluchtsstätten galten, wurden aber dessen ungeachtet gctödtet.Dieser Frevel gegen die Götter war unter der Leitung der Archon-ten und also von Staatswegen begangen worden, und deshalb fiel