Griechen. Athen vor den Perser-Kriegen. ZgZ
suchte seinem Freunde Solon, der auf eine neue Staatseinrichtunzdachte, den Weg dazu zu bahnen.
Drei Jahre nach dieser Sühne (594 v. Chr.) führte Solonsein Vorhaben aus, und machte seine berühmte Gesetzgebung. Solon,der auch als Dichter sich auszeichnete, und zu den sogenannten siebenWeisen Griechenlands gezählt wurde, gehörte seiner Herkunft nachden ersten Familien Athen's an. Mit großen Talenten begabt,hatte er sich Menschenkenntniß und die ganze Bildung seiner Zeitzu erwerben gewußt, und zu diesem Behufe auch Reisen in ver-schiedene Länder unternommen. In seine Vaterstadt zurückgekehrt,erhielt er alsbald so großes Ansehen, daß er auf die erwähnteWeise in die aus Kylon's Aufstand hervorgegangeuen Verhältnissemit eingreifen konnte. Seit Epimenides Sühne war er die Haupt-person des athenischen Staats. Er verhalf seinen Mitbürgern zu-nächst zur Wicdereroberung der Insel Salamis, und zwar, wie eöheißt, durch eine doppelte List. Die Athener hatten nämlich mehr-mals vergebliche Angriffe auf Salamis gemacht, und waren dabeistets mit so großem Verlust zurückgeschlagen worden, daß sie zuletztdie Todesstrafe gegen jeden aussprachen, der eine Erneuerung diesesUnternehmens beantragen würde. Solon soll bald nachher, imEinvcrständniß mit andern Bürgern, ungefährdet einen neuen Ver-such zur Wicdereroberung von Salamis herbeigeführt haben. Ererschien nämlich, nachdem er vorher das Gerücht ausgesprengt hatte,daß er zuweilen geistesabwesend sei, plötzlich wie ein Wahnsinnigerin der Volksversammlung, und trug ein von ihm verfaßtes Gedichtvor, welches den Muth der Menge neu belebte und sie zu einemnochmaligen Angriff auf Salamis anfeuerte. Als er auf dieseWeise unter Mitwirkung seiner Freunde die Sache durchgesetzt hatte,wurde er selbst mit der Ausführung derselben beauftragt, und ent-riß durch eine Kriegslist die Insel den Megareern.
Hierauf veranlaßte Solon den ersten sogenannten heiligenKrieg, oder den ersten der Kriege, welche von den Staaten desAmpbiktyonen-BundeS zum Schutz des Apollo-Tempels von Delphigeführt wurden. Die phokische Stadt Cirrha nämlich hatte diezum Orakel wallfahrenden Fremden durch Abgaben belästigt, undzuletzt sogar einen plündernden Angriff auf das Gebiet des Gottesselbst gemacht. Die Meinungen des Amphiktponen-Bundes, dem