Geschichte der alten Welt.
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die Bestrafung dieses Frevels oblag, waren getheilt, und man konntesich lange Zeit nicht verständigen, bis endlich Solo», als athenischerGesandte beim Bunde, die gemeinschaftliche Bekriegung der StadtCirrha oder den ersten heiligen Krieg durchsetzte. Dieser Kriegwurde in den Zähren 600—590 v. Chr. geführt, und endete da-mit, daß die Stadt Cirrha zerstört, und ihr Gebiet unter einemfurchtbaren Fluche gegen jeden, der dasselbe zu bebauen wagenwürde, dem Gölte Apollo geweiht wurde. Solon selbst erwarbsich durch den Eifer, mit welchem er die Rache des Gottes betrieb,großes Ansehen sowohl in Athen als im übrigen Griechenland.
Die in Athen bestehenden Misverhältnisse hatten sich um jeneZeit in so hohem Grade gesteigert, daß eine Abstellung derselbenund eine gründliche Heilung des Übels durchaus nöthig war. Eingroßer Theil des Volkes war in eine drückende Schuldenlast gerathen,welche ihn von dem Adel ganz und gar abhängig machte, und derenAbtragung auf dem gewöhnlichen Wege unmöglich war; Gläubigerund Schuldner standen fast in offener Fehde gegen einander. Ebensowar die gesummte Bevölkerung von Attika in Betreff der bürger-lichen Angelegenheiten in drei feindselige Parteien zerfallen, dieden verschiedenen geographischen Verhältnissen des Landes einiger-maßen entsprachen, und deshalb nach diesen ihre Namen erhielten.Die Pediäer oder die Bewohner des flachen Landes nach demLande Megaris hin bestanden aus den adeligen Güterbesitzern, undsuchten die aristokratische Verfassung aufrecht zu erhalten; die Diak-rier oder Hyperakrier, d. i. die Oberländer, waren ursprüng-lich blos die Bewohner des bergigen Landes im nördlichen und öst-lichen Attika, umfaßten aber als Partei die große Masse der Armen,welche eine gänzliche Staatsumwälzung, sowie die Herstellung einerDemokratie wünschte; die Paralier endlich, eigentlich die Küsten-bewohner des südlichen Attika, begriffen den wohlhabenden Theilder Bürgerschaft in sich, und begehrten die Einführung einer ge-mischten Verfassung. Um den Streit dieser Parteien zu schlichtenund zugleich durch eine neue Gesetzgebung die Gebrechen des Staatsvon Grund aus zu heilen, wurde Solon zum Archonten erwählt,und zwar mit dem besonderen Auftrag, alle ihm nöthig scheinendenÄnderungen in der Verfassung und den Gesetzen des Staats vor-zunehmen.