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Erster Band.
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Griechen. Athen vor den Perser-Kriegen

ihrer eigenen Erhaltung nöthig war. Der Adel behielt nämlichnoch immer vorzugsweise einen Einfluß auf den Staat, nicht nurweil er der reichste Theil der Bürgerschaft und zu den höherenStellen am meisten befähigt war, sondern auch weil ihm allein einTheil der Priesterwürden und des Gottesdienstes anvertraut blieb,und weil nur aus der ersten Klasse die Archonten gewählt werdenkonnten, und also auch das heilige Tribunal des Areopagus in demalleinigen Besitz der Reichen blieb. Außerdem war durch den Areo-pagus und durch andere zum Schutz der Sitten gemachten Einricht-ungen dafür gesorgt, daß das Volk bei seinem großen Antheil ander Regierung nicht leicht in Zügcllosigkcit überging. In den fol-genden Zeiten, als die Macht des Staats in hohem Grade auf-blühten und Sittenlosigkeit einriß, artete freilich auch dieseStaatseinrichtung aus. Auch lag allerdings in ihr selbst der Keimzur Schrankenlosigkeit; denn die Solonische Verfassung rief stetsPartciungen und Parteihäupter hervor, ja diese waren sogar durch-aus nöthig, damit Ein Ehrgeiz den andern im Zaum halte, unddamit der Einzelne, der sich selbst nicht geltend machen konnte, dochwenigstens durch seine Stimme für oder gegen eine Partei bedeu-tend werde.

Daß die Svlonische Verfassung ohne Schwierigkeit angenom-men wurde, und sich gleich anfangs festsetzte, lag in dem Wesenderselben: es wurden nämlich durch die Errichtung einer jährlichwechselnden Staatsbehörde, welche aus vierhundert Personen be-stand, zu viele Bürger in das Interesse der neuen Verfassung hin-eingezogen, als daß an eine Aufhebung derselben zu denken gewesenwäre. Obgleich übrigens Solon durch dieses Mittel die Dauerseiner Verfassung im Allgemeinen gesichert hatte, so scheint er dochgefürchtet zu haben, man möchte zu bald einzelne Bestimmungenderselben ändern und dadurch das Ganze untergraben. Er ließdeshalb die Athener schwören, in den nächsten zehn Jahren nichtsan seinen Verordnungen zu ändern; denn sobald man eine Ver-fassung, besonders eine für Staat und Volk so durchaus passende,wie die Solonische, einmal zehn Jahre lang gewohnt war, fielder Wunsch nach einer andern von selbst weg. —

Die inneren Unruhen, welche früher in den Verhältnissen derAdeligen zum Volk und unter sich selbst ihren Grund gehabt hatten,