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Erster Band.
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Griechen. Athen vor den Perser-Kriegen. Z1Z

seinen Gegnern war er an Schlauheit und Gewandtheit weit über-legen. Nachdem er die Masse des Volkes so für sich eingenommenhatte, daß sie mit blinder Ergebenheit an ihn gefesselt war, zeigteer eines Tages den auf dem Marktplatz versammelten Bürgerneine blutige Wunde, die er sich selbst beigebracht hatte, behauptetevon seinen Gegnern meuchelmörderischer Weise überfallen wordenzu sein, und bat um den Schutz des Volkes, weil er wegen seinesEifers für das Volkswohl seines Lebens nicht länger sicher sei. Ererhielt, wonach er lange gestrebt hatte, eine Leibwache von fünfzigMann, obgleich Solon alles aufbot, um das Volk von einem solchenBeschlusse abzuhalten. Pisistratuö vermehrte insgeheim die Zahlder ihm gewährten Bewaffneten, und bemächtigte sich dann durchplötzlichen Überfall der Burg von Athen (560 v. Ehr.). Solonsoll die Gegner des Pisistratus zur Wiedereroberung derselben zubewegen gesucht haben, diese ergriffen aber bestürzt die Flucht, undPisistratus war und blieb als Besitzer der Burg und als der Füh-rer der ihm ergebenen Volksmasse Alleinherrscher oder Tyrann vonAthen. Er sah, wie alle verständigen unter den sogenannten Ty-rannen, wohl ein, daß er seine Macht der Demokratie verdanke,und daß der große Haufen bei jeder Staatsverfaffung leicht zu ge-winnen ist; er ließ deshalb auch der Form nach die SolonischeVerfassung bestehen. Solon selbst, den seine Freunde vergebenszur Flucht zu bewegen gesucht hatten, wurde von ihm mit Ehrer-bietung behandelt und sogar in wichtigen Dingen zu Rathe gezogen.Der große Gesetzgeber, welcher auf diese Weise die Volksfreiheithatte untergehen sehen, erlebte auch noch das Ende der Herrschaftdes Pisistratus; denn dieser blieb kein volles Jahr im Besitze der-selben, und Solon starb bald nach seinem Sturze (559 v. Chr.),im achtzigsten Jahre seines Lebens.

Die beiden Gegen-Parteien des Pisistratus vereinigten sich miteinander, um den Tyrannen zu stürzen, und Pisistratus erlag ihrerÜbermacht und mußte die Stadt verlassen. Kaum hatten jedochjene sich ihres Gegners entledigt, als sie sich entzweiten, und dieWaffen gegen einander wandten. Lykurg's Partei erhielt das Über-gewicht, und dies brachte natürlicher Weise eine Annäherung zwi-schen den Pediäern unter Megakles und der demokratischen Parteihervor. Megakles, welcher ebenfalls nach der höchsten Macht im