Griechen. Geistiges Leben der älteren Zeit. Z2Z
aber ihre Rüstungen begonnen, als eine neue und größere Gefahrihnen von Sparta ber drohte. Der rachgierige Kleomenes hattenämlich die spartanische Regierung zu dem Beschlusse bewogen,einen neuen Angriff auf Athen zu machen. Man wollte sich hierzudes Vorwands bedienen, daß einst Hippias mit Unrecht vertriebenworden sei, weil, wie man jetzt erst erfahren zu haben vorgab, diedazu auffordernden Priester des delphischen Orakels von den Al-kmäoniden bestochen gewesen wären. Man ließ daher den TyrannenHippias in den Peloponnes kommen, um ihn nach Athen zurückzu-führen; und damit die Bundesgenossen nicht wieder abfielen, so be-rief man zuerst die Gesandten derselben zu einem Bundesrath nachSparta. Allein der Plan scheiterte an der edlen Freimüthigkeit,mit welcher der korinthische Abgeordnete Sofikles gegen die Kabalendes elenden Kleomenes und für die Freiheit des athenischen Staatsauftrat. Die Bundesgenossen versagten in Folge davon ihrenBeistand, die Spartaner mußten ihr Vorhaben aufgeben, und Hip-pias kehrte nach Kleinasien zurück. Hier gewann er den SatrapenArtaphernes für sich, und dieser forderte die Athener drohend zurWiedereinsetzung desselben auf, allein man ließ sich durch ihn nichteinschüchtern. Der Ausgang des Krieges mit Böotien und Aeginawird uns nicht gemeldet. Gleich nach den zuletzt erzählten Be-gebenheiten mischten sich die Athener in den Aufstand der Joniergegen den Perser-König, beleidigten dadurch diesen Beherrscher vonVorderasien, und veranlaßten so die Kriege, welche eine lange Zeithindurch zwischen den Persern und Griechen geführt wurden.
6. Geistiges Leben der Griechen in der älteren Zeitihrer Geschichte.
Wie die Geschichte der Griechen überhaupt, so beginnt auch dieGeschichte ihrer Literatur und Kunst mit Sagen und Mythen. Eswerden uns in Betreff der Kunst Namen von Männern genannt,welche, wie Dädalus auf Kreta und Smilis aufSamos, schonin uralter Zeit als Künstler sich ausgezeichnet haben sollen. DieSage erzählt von ihnen wunderbare Geschichten, und läßt sie sogarförmliche Schulen gründen, durch welche der Geist ihrer Kunst sichfortpflanzte. Außerdem werden von der Sage ganze Stämme,wie die Cyklopen, Telchinen und Andere (s. oben S. 104),