Band 
Erster Band.
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Griechen. Geistiges Leben der älteren Zeit. gzi

losophie der Griechen. Nach und nach wurde es sogar Sitte, daßStaatsmänner, Dichter und Weise, wie Pythagoras, Solon undder Philosoph Thales, in den Geheimlehren des Orients die Quelleder wahren Weisheit suchten.

Dadurch änderten auch die religiösen Dichtungen und derGottesdienst der Griechen theilweise ihren Charakter und ihre Ge-stalt. Namentlich wurde von Osten her das Mysterien-Weseneingeführt und dem Volksglauben angepaßt, indem dasselbe deneinsichtsvollen Männern unter den Griechen ein vortreffliches Mit-tel schien, die demokratische Zügellosigkeit in Schranken zu halten.Weil die Mysterien einem Staatszwecke dienten, so wurden sie auchmit dem Staat in unmittelbare Verbindung gebracht, und standen,als eine wirkliche Staatsanstalt, unter seiner Aufsicht und Leitung.Die Hauptgottheiten, welche in diesem, nur den Eingeweihten zugäng-lichen, Gottesdienste verehrt wurden, waren Ceres und Bacchus,weil sie die Gottheiten des Acker- und Weinbaus waren, und folg-lich als die Urheber und Verbreiter der höheren menschlichen Cul-tur angesehen wurden. Vorstellungen dieser Art lagen allen griech-ischen Mysterien zu Grunde, aber sie waren stets in Symbole ein-gekleidet und deshalb zugleich vieldeutig und schwer verständlich.Die berühmtesten griechischen Mysterien waren, außer den bereitsoben angeführten samothrakischen, die von Eleusis in Attika, welcheauch die Eleusinien genannt werden; ihnen stand der zweiteArchonte von Staatswegen vor, und der Hauptpriester desselben ge-hörte der alten athenischen Familie der Eumolpiden an, in welcherdiese Priesterschaft erblich war. —

Die Geschichte der Schöpfungen des griechischen Geistes, derenäußerer Gang kurz zuvor angegeben worden ist, knüpft sich, ihrerinneren Entwickelung nach, zunächst an die Dichtkunst des heroischenZeitalters an. Die Heldenpoesie war zur Zeit Homer's über dieInseln und die Küsten Kleinasiens verbreitet, sie blühte namentlichunter den dortigen Joniern, und auf der Insel Chios bestand nachHomer noch lange Zeit eine Art von Sängerschule, deren Mit-glieder sich Homeriden nannten, und im Geiste der homerischenPoesie dichteten. Bald nach Homer aber nahm die Dichtkunst derGriechen eine neue, von dem Charakter des heroischen Zeitaltersverschiedene Richtung, welche bis etwa zum Beginn des siebenten