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Griechen. Geistiges Leben der älteren Zeit.
den Verwandtschaften der Götter beschäftigen, Titanomachieen, Ar-gonautika, Thcbaiden, Epigonieen, Theseiden u. s. w., wenn die Ge-schichte der Titanen, der Argonauten, der ältesten Thebaner, derEpigonen, des Theseus u. a. der Gegenstand derselben ist. Allediese Werke sind bis auf unbedeutende Reste untergegangen.
Die andere Klaffe von Dichtern könnte man der Mehrzahlnach die heiligen Dichter nennen. Es sind diejenigen, welche theilsin Hymnen das Lob der Götter verkündeten, theils theologische undmoralisch-religiöse Lehren, sowie Vorschriften für das Leben und seineGeschäfte in Versen aussprachen, theils Geschichten und Sagen inder Absicht erzählten, damit der Hörer durch dieselben über göttlicheDinge und über seine Pflichten belehrt werde. In der letzterenArt waren meistens auch die Theogonieen und Kosmogonieen ab-gefaßt, und deshalb sind diejenigen cyklischen Dichter, welche die-selben behandelten, mit zu dieser zweiten Klasse zu zählen. In die-sen erzählenden, wie in den blos belehrenden Gedichten spricht derDichter gleichsam nicht als Sänger, sondern als einGott-begeistcrterSeher. Zu den heiligen Dichtern gehört der oben erwähnte^ Thales von Kreta, welcher durch seine Lieder dem Lykurg denWeg zu seiner Gesetzgebung bahnte. Der berühmteste unter ihnenaber ist Hesiodns aus Kumä in Aeolis, welcher etwa um dasJahr 900 v. Chr. lebte. Unter seinem Namen sind zwei Haupt-werke auf unsre Zeit gekommen. Das eine ist eine Theogonie, inwelcher unter der Hülle von Bildern und sonderbaren Götterge^schichten eine Art von theologischen Lehren verborgen ist. Dasandere führt den Titel „Werke und Tage", und besteht aus einerReihe von Vorschriften über Land- und Hanswirthschaft, Schiff-fahrt, Erziehung und andere Verhältnisse des täglichen Lebens, ent-hält aber, neben dieser Hauptbeziehung auf irdische Geschäfte undMoralische Pflichten, auch einige mythische Erzählungen oder bild-liche Darstellungen. —
Mit dem Beginn des siebenten Jahrhunderts v. Chr. ent-wickelt sich aus den cyklischen und religiös-moralischen Gedichtender vorhergehenden Zeit eine neue Art von Literatur, deren Keimebereits in jenen lagen, und sich nun zu neuen Arten geistiger Thät-igkeit entfalteten. Diese neuen Gattungen der Literatur waren, wiedie früheren, poetisch, weil fortwährend Gesang, Tanz, Spiel und