Band 
Erster Band.
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gZ8 Geschichte der alten Welt.

einzigen, des Thales, einen großen Einfluß auf die Verwaltungund Leitung ihrer Staaten hatten, erhielten durch ihre Lebensklug-heit und Staatsweisheit ein großes Ansehen, und wirkten durchihre in Verse gebrachten moralischen Kernsprüche noch über dieGrenzen ihres heimischen Wirkungskreises hinaus. Ihre Geschichteist größtentheils in Fabeln gehüllt. Sie lebten zu einer und der-selben Zeit, und die Sage behauptet sogar, daß sie durch die innigsteFreundschaft mit einander verbunden gewesen wären und öftereZusammenkünfte gehalten hätten. Ihre Aussprüche, in welche siedie wichtigsten Ergebnisse ihres Nachdenkens und ihrer Kenntnißder menschlichen Verhältnisse niederlegten, sind später zusammenge-stellt, und uns in drei verschiedenen Sammlungen überliefert wor-den. Jeder von ihnen soll einen seiner Aussprüche als den wich-tigsten angesehen, und gleichsam wie eine Haupt - Lebensregcl odereinen Wahlspruch betrachtet haben. Von diesen sieben Weisen, derenNamen, mit Hinzufügung ihrer Wahlsprüche, nachfolgend angegebensind, waren Solon und Thales von Milet die wichtigsten; derErstere, dessen Hauptspruch „das Nimmer zu sehr!" war, ist derberühmte athenische Gesetzgeber; der Letztere aber, welcher nicht mitdem viel älteren Thales von Kreta verwechselt werden darf, zeich-nete sich als großer Philosoph aus, und hatte den Wahlspruch:„Bürgschaft bringet dir Leid!" Die übrigen waren: Pittakus vonMitylene, dessen bereits oben (S. 227) Erwähnung gethan ist,(Wohl erwäge die Zeit!); Kleobulus von Lindus anf der InselRhodus (Maß zu halten ist gut!); der oben S. 273 erwähnteTyrann von Korinth Periander (Jegliches vorbedacht!); Chi-ton aus Sparta (Kenne dich selbst!); endlich Bias von Prienein Jörnen (Mehrere machen es schlimm!).

Zu den belehrenden Dichtungsarten dieses Zeitraumes gehörennoch die Fabel und die Satyre. Die Fabel, deren Entstehung einLeben in der Natur und eine genaue Bekanntschaft mit dem eigent-lichen Wesen der einzelnen Thiere voraussetzt, erhielt bei denGriechen in dem gegenwärtigen Zeitraum ihre erste Entwickelung.Am berühmtesten wurde unter den griechischen Fabeldichtern Aese-tz uö, ein Zeitgenosse Solon's, nach welchem man diese Dichtungs-artauch dieAesopischeFabel zu nennen pflegt. SeineGeschichteistdurchdie Sage sehr entstellt: er soll ein Sklave aus Phrygien gewesen sein.