Band 
Erster Band.
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351
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Griechen. Zweiter Perser-Krieg. zzz

Auf einer kleinen Ebene bei dem Flecken Marathon, welchereinige Meilen von Athen entfernt lag, wurde am 29. Septemberdes Jahres 490 v. Chr. die erste Schlacht zwischen den Persernund den europäischen Griechen geliefert. Miltiades war in der-selben der Anführer der Athener. Der Oberbefehl wechselte in demathenischen Heere zwischen den zehn Strategen, und zwar so, daßjeder von diesen ihn einen Tag lang führte. Fünf Strategen, vonwelchen Arist ides der berühmteste war, traten ihre Tage den;Miltiades als dem tüchtigsten und erfahrensten unter ihnen ab;dieser richtete es aber der Verantwortlichkeit seiner Collegen wegenso ein, daß die Schlacht an dem Tage geliefert ward, an welchemer der Reihenfolge nach den Oberbefehl hatte. Durch glücklicheBenutzung der Örtlichkeit, des günstigen Augenblicks und des En-thusiasmus seiner Mitbürger gewann Miltiades die Schlacht, inwelcher die Perser von Hippias geleitet wurden. Ungeheure Beute,noch weit größere Ehre und die Herrschaft zur See waren dienächsten Folgen des Siegs. Unter der gemachten Beute befandensich auch Ketten, welche die Perser zur Fesselung der griechischenGefangenen aus Asien mitgebracht hatten, sowie ein Panscher Mar-morblock, aus welchem sie, des Sieges gewiß, sich selbst ein Denk-mal hatten errichten wollen. Aus dem Letzteren ließen die Athenerspäter durch Phidias, ihren größten Bildhauer, eine Statue derGöttin Nemesis, der Bestrafen» des menschlichen Übermuths, ver-fertigen, welche auf dem Schlachtfeld aufgestellt ward. Sie er-richteten außerdem noch andere Denkmäler dieses Sieges, undfeierten noch lange Zeit nachher den Tag desselben. Der Verlustder Perser an Todten war übrigens unbedeutend: er betrug nursechstausend vierhundert Mann, unter welchen auch der TyrannHippias sich befand. Von den Griechen verloren nur hundert undzweiundneunzig das Leben. Als ein Beispiel des großen Muthsderselben und ihrer begeisterten Vaterlandsliebe kann der Helden-tod des Cynegirus, eines Bruders des berühmten Dichters Aeschy-lus, dienen. Dieser hielt beim Verfolgen der nach den Schiffenfliehenden Feinde ein Boot mit der rechten Hand fest, und als ihmdieselbe abgehauen war, soll er auf gleiche Weise auch die Linkeverloren und hierauf sogar mit den Zähnen das Fahrzeug festzu-halten versucht haben, bis ihn die Perser niederhieben. Ebenso